Erste Bank: 0,75 Euro Dividende gezahlt

Trotz Rekordnettogewinns von 3,51 Milliarden Euro kürzt die Erste Group die Dividende auf 0,75 Euro. Grund ist die milliardenschwere Polen-Übernahme.

Die Kernpunkte:
  • Dividende auf 0,75 Euro gesenkt
  • Rekordgewinn von 3,51 Milliarden Euro
  • Polen-Übernahme belastet Kapitalquote
  • Q1-Zahlen am 30. April erwartet

Rekordgewinn, drastisch gekürzter Payout — bei der Erste Group klaffen Ertragskraft und Ausschüttung so weit auseinander wie selten. Heute fließt die Dividende für 2025 auf die Konten der Aktionäre. Der Grund für die Sparsamkeit: eine milliardenschwere Übernahme in Polen, deren volle Wirkung erst am 30. April sichtbar wird.

Bewusste Kürzung, strategischer Grund

Die Hauptversammlung beschloss für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie — nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote sank damit von rund 50 auf etwa 10 Prozent. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Bank mit 3,51 Milliarden Euro einen Rekordnettogewinn einfuhr.

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Die Logik dahinter ist klar: Die Übernahme eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska wird vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Die Bank hatte im Mai 2025 angekündigt, die Ausschüttungsquote temporär auf maximal 10 Prozent zu begrenzen — genau das setzt sie nun um. In Summe fließen 307,9 Millionen Euro an die Aktionäre.

Polen-Integration trifft Bilanz

Der eigentliche Prüfstein kommt am 30. April. Mit den Q1-Zahlen konsolidiert die Erste Group die polnische Tochter erstmals vollständig in ihre Bilanz. Das drückt die harte Kernkapitalquote um rund 460 Basispunkte — ausgehend von einem Höchststand von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Hinzu kommen Integrationskosten von 180 Millionen Euro sowie eine Einmalbelastung von 300 Millionen Euro aus der Portfoliobewertung.

Das Management hält trotzdem an seinen Jahreszielen fest. Der Zinsüberschuss soll auf mehr als 11 Milliarden Euro steigen, der Provisionsüberschuss auf rund 4 Milliarden Euro. Die Kosten-Ertrags-Relation soll sich auf etwa 47 Prozent verbessern.

Kurs unter Druck, Aufsichtsrat erneuert

Die Aktie notiert aktuell bei rund 99 Euro — knapp 10 Prozent unter dem Jahreshoch von 111 Euro vom Februar. Auf Sieben-Tages-Sicht verlor der Titel über 7 Prozent, bewegt sich damit aber noch komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Neben der Dividende beschloss die Hauptversammlung am 17. April personelle Veränderungen: Mit Dorota Snarska-Kuman, Roeland Louwhoff und Jernej Omahen wurden drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt. Das Gremium besteht künftig aus neun Frauen und elf Männern.

Am 30. April wird sich zeigen, ob die operativen Ziele trotz der Polen-Belastungen Bestand haben — und wie der Markt die erstmals vollständige Bilanzintegration bewertet.

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