Erste Bank Aktie: Griff nach der Mehrheit in Polen läuft
Die Erste Group bietet rund 713 PLN je Aktie und will ihren Anteil an der polnischen Tochter auf mehr als 50 Prozent erhöhen.

- Angebotspreis von rund 713 PLN je Aktie
- Beteiligung soll über 50 Prozent steigen
- Neunmonatsgewinn wächst um 20,6 Prozent
- Barclays hebt Kursziel auf 137 Euro
Die Erste Group hat gestern nach der aufsichtsrechtlichen Genehmigung das freiwillige Übernahmeangebot für Aktien der Erste Bank Polska gestartet. Der Angebotspreis beträgt nach Unternehmensangaben rund 713 PLN je Aktie. Damit läuft die Annahmefrist für den angestrebten Ausbau der Beteiligung an der polnischen Tochter.
Beteiligung soll über die Mehrheitsschwelle steigen
Mit dem Angebot will die Erste Group ihren Anteil von 49 % auf mehr als 50 % erhöhen. Als Obergrenze nennt sie eine Beteiligung von 75 %.
Medienberichten zufolge endet die Annahmefrist am 2. Dezember 2026. Den Abschluss der Transaktion erwartete die Erste Group bei der Ankündigung am 30. Oktober für Dezember 2026.
Höhere Prognose nach kräftigem Gewinnanstieg
Bereits am 30. Oktober hatte die Erste Group für die ersten neun Monate 2026 einen Nettogewinn von 3.095 Mio. EUR gemeldet. Einschließlich der Erste Bank Polska entsprach das einem Anstieg um 20,6 %.
Die erstmalige Konsolidierung der polnischen Tochter beeinflusste die Abschlüsse nach Unternehmensangaben wesentlich. Zugleich hob die Gruppe ihren Jahresausblick an: Für 2026 erwartet sie ein Kreditvolumen von über 290 Mrd. EUR und eine materielle Eigenkapitalrendite, kurz ROTE, von über 20 %.
Ohne Polen soll der Zinsüberschuss um mehr als 6 % steigen, der Provisionsüberschuss um etwa 10 %. Die Kosten-Ertrags-Relation soll auf dieser Basis unter 46 % sinken.
Barclays bestätigte am Montag die Einstufung „Overweight“ und erhöhte das Kursziel von 136 auf 137 Euro. Medienberichten zufolge verwies das Analysehaus auf den Nettogewinn im dritten Quartal, der die Erwartungen um 4 % übertraf. Als Stützen nannte Barclays ein operatives Rekordergebnis und die angehobene Prognose der Erste Group.
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