Erste Group Aktie: Dividende halbiert

Die Erste Group kürzt ihre Dividende um 75 Prozent, um den 7-Milliarden-Euro-Kauf in Polen zu finanzieren. Das Management setzt für 2026 auf starkes Wachstum durch die Akquisition.

Die Kernpunkte:
  • Dividende sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro je Aktie
  • Milliarden-Investment in polnische Santander-Tochter
  • Ambitionierte Wachstumsziele für das Jahr 2026
  • Aktienkurs zeigt bereits deutliche Verluste

Die Erste Group überrascht Aktionäre mit einer drastischen Dividendenkürzung: Statt 3,00 Euro wie im Vorjahr sollen für das Geschäftsjahr 2025 nur noch 0,75 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Das entspricht einem Rückgang um 75 Prozent — und ist die direkte Konsequenz des milliardenschweren Einstiegs in Polen.

Sieben Milliarden Euro für den Osten

Hinter der Kürzung steckt die größte Transaktion der jüngeren Unternehmensgeschichte: Für rund 7 Milliarden Euro aus Eigenmitteln erwarb die Erste Group einen 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent an Santander TFI. Eine der größten grenzüberschreitenden Bankübernahmen in Europa der vergangenen Jahre — vollständig aus der eigenen Kasse bezahlt.

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Die Integration läuft seit dem ersten Quartal 2026 an. Rund 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten sollen auf die Marke „Erste Bank Polska“ umgestellt werden, das Rebranding startet im zweiten Quartal. Bis zum Abschluss des zweijährigen Prozesses kalkuliert das Management mit Integrationskosten von 180 Millionen Euro sowie einer einmaligen Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto.

Starkes 2025, ambitioniertes 2026

Das operative Fundament der Bank gibt dem Expansionskurs Rückhalt. Der Nettogewinn stieg 2025 auf 3,5 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 16,6 Prozent, das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro.

Für 2026 setzt das Management die Messlatte hoch: Unter Einbeziehung der polnischen Einheit soll das Kreditvolumen die Marke von 285 Milliarden Euro überschreiten, der Zinsüberschuss mehr als 11 Milliarden Euro erreichen. Eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent und ein Gewinnwachstum je Aktie von über 20 Prozent sind die erklärten Ziele.

Der Kurs hat die Belastungen bereits eingepreist — mit einem Minus von gut 14 Prozent seit Jahresbeginn notiert die Aktie knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt bei rund 91 Euro. Die erste belastbare Antwort auf die Frage, ob die polnische Akquisition die gesteckten Renditeziele trägt, liefern die Q1-Zahlen am 30. April 2026 — dann mit erstmaliger Konsolidierung der polnischen Einheit. Zuvor entscheidet die Hauptversammlung am 17. April über die Gewinnverwendung, die Dividendenzahlung ist für den 24. April vorgesehen.

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