Erste Group Aktie: Polen-Test steht bevor
Die Erste Group konsolidiert ihre milliardenschwere Polen-Übernahme, was zu einer drastischen Dividendenkürzung führt. Die Quartalszahlen Ende April werden die finanzielle Belastung und die ehrgeizigen Ziele für 2026 offenlegen.

- Dividende für 2025 auf 0,75 Euro stark reduziert
- Erstkonsolidierung der Polen-Übernahme im April
- Ambitionierte Gewinn- und Renditeziele für 2026
- Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch notiert
Der April wird für die Erste Group zum Gradmesser. Am 17. April folgt die Hauptversammlung, zwei Wochen später — am 30. April — die Quartalszahlen. Beide Termine zusammen werden erstmals zeigen, was der milliardenschwere Polen-Einstieg bilanziell wirklich bedeutet.
Dividende stark gekürzt, Kapital für Integration gebunden
Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand der Hauptversammlung nur 0,75 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr waren es noch 3,00 Euro. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von 50 bis 55 Prozent auf gerade einmal 10 Prozent — ein klares Signal, dass das Kapital für die Integration gebraucht wird.
Der Grund liegt in der Größenordnung der Transaktion: Anfang 2026 erwarb die Erste Group einen beherrschenden 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska für rund 7,0 Milliarden Euro in bar. Die Erstkonsolidierung erfolgt mit den Q1-Zahlen am 30. April. Dabei rechnet das Management mit einem CET1-Rückgang von rund 460 Basispunkten — ausgehend von einer soliden Ausgangsbasis von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Zusätzlich sind Integrationskosten von rund 180 Millionen Euro veranschlagt sowie eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto, mit einem Nettoeffekt von etwa 120 Millionen Euro auf das Ergebnis.
Ambitiöse Ziele für 2026
Das operative Jahr 2025 lieferte eine starke Basis: Der Nettogewinn stieg auf 3,5 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite (RoTE) verbesserte sich auf 16,6 Prozent, das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro.
Für 2026 setzt sich das Management entsprechend ambitionierte Ziele — einen bereinigten Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro, eine Ziel-RoTE von rund 19 Prozent und einen um mehr als 20 Prozent höheren Gewinn je Aktie. Den Zinsüberschuss peilt das Management bei über 11 Milliarden Euro an, mehr als 40 Prozent über dem 2025er-Niveau, maßgeblich getrieben durch den Polen-Beitrag.
Ab dem zweiten Quartal 2026 startet zudem das Rebranding von 485 Filialen und 1.400 Bankomaten zur „Erste Bank Polska“. Die vollständige Integration soll rund zwei Jahre dauern.
Aktie deutlich unter Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit rund um die Großintegration wider. Mit einem Kursrückgang von rund 17 Prozent allein in den vergangenen 30 Tagen notiert die Aktie aktuell bei 88,90 Euro — deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 103 Euro und knapp 20 Prozent unter dem Anfang Februar markierten 52-Wochen-Hoch von 111 Euro.
Mit den Q1-Zahlen Ende April werden Anleger konkrete Antworten bekommen: wie stark die Erstkonsolidierung das Ergebnis belastet, wie sich die CET1-Quote entwickelt — und ob der Zielkorridor von über 4 Milliarden Euro bereinigtem Nettogewinn trotz der Integrationskosten realistisch bleibt.
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