Erste Group Aktie: Rekordgewinn trifft Sparsamkeit
Die Erste Group erzielt 2025 einen Rekordgewinn von 3,51 Milliarden Euro, muss aber für die Finanzierung der Santander-Übernahme in Polen Kapital zurückhalten, was die Dividende drückt.

- Nettogewinn steigt auf 3,51 Milliarden Euro
- Übernahme in Polen erfordert höhere Gewinneinbehaltung
- Dividende für 2025 liegt bei nur 0,75 Euro je Aktie
- Management peilt für 2026 bereinigten Gewinn von über 4 Mrd. Euro an
Die Erste Group präsentiert für das Geschäftsjahr 2025 glänzende Zahlen und einen Gewinn in Milliardenhöhe. Dennoch reagierten Anleger zuletzt verschnupft, denn die Expansionsstrategie des Finanzinstituts fordert ihren Tribut. Während das operative Geschäft floriert, drückt die Übernahme in Polen auf die Dividende und zwingt die Bank dazu, das Kapital zusammenzuhalten.
Operative Stärke zahlt sich aus
Das Kerngeschäft der Bank lief im vergangenen Jahr auf Hochtouren. Der Nettogewinn kletterte auf 3,51 Milliarden Euro, gestützt von einem deutlich gestiegenen Zinsüberschuss von 7,79 Milliarden Euro. Auch das Provisionsgeschäft trug mit knapp 3,2 Milliarden Euro maßgeblich zum operativen Ergebnis von über 6 Milliarden Euro bei.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Kreditvolumen, das um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro anwuchs. Die Bank profitiert hierbei sichtlich von ihrer starken Position in Zentral- und Osteuropa. Die Kosten-Ertrags-Relation blieb mit 47,9 Prozent auf einem soliden Niveau, was die operative Effizienz unterstreicht.
Der Preis der Expansion
Trotz der Rekordzahlen mischt sich ein Wermutstropfen in die Bilanz, der auch den jüngsten Kursrückgang auf 99,45 Euro am Freitag erklärt. Die Übernahme der Santander Bank Polska muss aus eigenen Mitteln finanziert werden. Dies erfordert eine höhere Gewinneinbehaltung und geht direkt zu Lasten der Aktionäre.
Der Vorstand plant lediglich eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie für 2025. Diese konservative Ausschüttungspolitik dient der Stärkung der Kapitalbasis, dürfte aber renditeorientierte Anleger enttäuscht haben. Zudem kündigte das Management an, dass die harte Kernkapitalquote (CET1) im ersten Quartal 2026 durch die Integration der polnischen Tochter temporär sinken wird.
Ausblick: Konsolidierung und Wachstum
Für das laufende Jahr 2026 gibt sich das Management dennoch selbstbewusst. Bereinigt um Sondereffekte aus der Akquisition wird ein Nettogewinn von etwas über 4 Milliarden Euro angepeilt, bei einer Eigenkapitalrendite (ROTE) von rund 19 Prozent.
Die Erste Group vollzieht derzeit einen strategischen Balanceakt zwischen aggressivem Wachstum durch Zukäufe und der notwendigen Kapitaldisziplin. Das Jahr 2026 wird zeigen, wie schnell und effizient die Integration in Polen gelingt und ob sich die aktuelle Zurückhaltung bei der Dividende langfristig durch eine stärkere Marktposition auszahlt.
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