Erste Group Aktie: Wachstum kostet Dividende

Die Erste Group meldet einen Rekordgewinn, kürzt die Dividende jedoch drastisch, um die milliardenschwere Expansion nach Polen zu finanzieren. Die Integration der Santander-Anteile erfordert hohe Investitionen.

Die Kernpunkte:
  • Rekordgewinn von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2025
  • Dividende sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro je Aktie
  • Finanzierung der 7-Milliarden-Expansion nach Polen
  • Management peilt 2026 über 4 Milliarden Euro Gewinn an

Die Erste Group hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 Rekordgewinne eingefahren. Dennoch erwartet Aktionäre bei der kommenden Ausschüttung ein tiefer Einschnitt. Der Grund für die drastisch gekürzte Dividende ist jedoch kein operatives Problem, sondern die größte Expansion der jüngeren Unternehmensgeschichte.

Starke Zahlen, magere Ausschüttung

Mit einem Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro übertraf das Finanzinstitut die Analystenerwartungen im Jahr 2025 um 13 Prozent. Vor allem das stark gewachsene Zins- und Provisionsgeschäft trieb die Erlöse auf neue Höchststände. Doch dieser Erfolg spiegelt sich kurzfristig nicht auf den Konten der Anleger wider: Die Dividende für 2025 soll von zuletzt 3,00 Euro auf lediglich 0,75 Euro je Aktie sinken. Die Ausschüttungsquote bricht damit von über 50 Prozent auf zehn Prozent ein.

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Diese deutliche Verschiebung der Prioritäten verarbeitet der Markt derzeit. Der Aktienkurs verzeichnete auf Sicht von 30 Tagen einen Rückgang von 12,73 Prozent und ging gestern bei 95,65 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht steht für Anleger durch die starke operative Entwicklung allerdings weiterhin ein sattes Plus von rund 48 Prozent zu Buche.

Milliarden-Expansion nach Polen

Doch wohin fließen die einbehaltenen Gewinne? Die Antwort liegt im Nachbarland Polen. Für sieben Milliarden Euro finanzierte die Erste Group vollständig aus Eigenmitteln einen 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie die Hälfte an Santander TFI. Die Anfang Januar 2026 abgeschlossene Transaktion bringt dem Institut enorme zusätzliche Größe, erfordert aber zunächst finanzielle Kraftanstrengungen.

Für die anstehende Integration der polnischen Standorte kalkuliert das Management mit Kosten von rund 180 Millionen Euro. Zudem wird eine einmalige Kreditrisikovorsorge von brutto 300 Millionen Euro für die Erstkonsolidierung fällig. Die sehr starke harte Kernkapitalquote (CET1) von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025 bietet der Bank hierfür jedoch einen mehr als komfortablen Puffer.

Wachstumsziele trotz Gegenwind

Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management bereits einen bereinigten Nettogewinn von etwas über vier Milliarden Euro an. Das operative Geschäft soll durch ein organisches Kreditwachstum von mehr als fünf Prozent gestützt werden. Gleichzeitig muss die Bank höhere regulatorische Abgaben und Bankensteuern in Höhe von rund 450 Millionen Euro verdauen, die primär in Ungarn und Rumänien anfallen.

Der erste konkrete Datenpunkt zur finanziellen Auswirkung der Polen-Übernahme wird mit der Erstkonsolidierung in den Quartalszahlen im laufenden Frühjahr 2026 vorliegen. Das operative Rebranding der rund 485 neuen Filialen auf „Erste Bank Polska“ startet im zweiten Quartal und soll in den kommenden 24 Monaten abgeschlossen sein. Gelingt diese umfassende Integration nach Plan, hat das Management bereits signalisiert, zur früheren Dividendenpolitik zurückkehren und auch Aktienrückkäufe prüfen zu wollen. Zunächst steht für Aktionäre jedoch am 24. April 2026 die Auszahlung der reduzierten Dividende an.

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