EssilorLuxottica Aktie: 800 Millionen Euro Rückkauf gestartet
EssilorLuxottica legt ein Rückkaufprogramm über bis zu fünf Millionen Aktien auf, während Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2026 zulegten.

- Rückkauf von fünf Millionen Anteilen
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 40 Prozent
- Halbjahresumsatz steigt auf 14,8 Milliarden Euro
- Smart Glasses bleiben zentrale Wachstumshoffnung
Der Brillen-Weltmarktführer EssilorLuxottica stemmt sich gegen den anhaltenden Kursverfall und signalisiert Vertrauen in das eigene Geschäft. Wie das Unternehmen am gestrigen Freitag bekannt gab, wurde der Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms für bis zu fünf Millionen Anteile eingeleitet. Die Initiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Papier unter erheblichem Druck steht und seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert verloren hat.
Strategische Kursstützung nach massivem Wertverlust
Die rechtliche Grundlage für den Rückkauf bildet die 19. Resolution der Hauptversammlung vom 28. April 2026. Ein beauftragter Wertpapierdienstleister soll die Transaktionen abwickeln, die am gestrigen Freitag begannen.
Bei dem aktuellen Kursniveau entspricht das angekündigte Volumen einem Gegenwert von etwa 800 Millionen Euro. Das Management betont, dass dieser Schritt das Bekenntnis zur langfristigen Wertschöpfung des französisch-italienischen Konzerns untermauere.
An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Aktie schloss am Freitag bei 161,30 Euro, was einem Zuwachs von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. Dennoch notiert der Titel nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 156,30 Euro, das erst am Donnerstag markiert worden war.
Die Marktkapitalisierung des Unternehmens, zu dem bekannte Ketten wie Pearle und GrandOptical gehören, hatte sich seit den Höchstständen im vergangenen Herbst nahezu halbiert.
Führungsumbruch und operative Herausforderungen
Neben der Kursentwicklung rückt die personelle Situation im Konzern in den Fokus der Anleger. Der angekündigte Rückzug von Leonardo Maria Del Vecchio sorgt für Unruhe an den Märkten. Der Sohn des Firmengründers wird seine Ämter als Vorsitzender von Ray-Ban und Chief Strategy Officer zum Monatsende niederlegen.
Medienberichten zufolge gingen diesem Schritt Spannungen mit dem Vorstandsvorsitzenden Francesco Milleri voraus. Zudem belasten anhaltende Streitigkeiten innerhalb der Erbenfamilie bei der Holdinggesellschaft Delfin, die gut 32 Prozent der Anteile hält, die Corporate Governance des Konzerns.
Auch auf Produktionsebene gibt es Herausforderungen. Die Gewerkschaften Filctem Cgil, Femca Cisl und Ulitec Uil forderten jüngst Gespräche mit der Konzernleitung.
Hintergrund sind Sorgen um sinkende Volumina am italienischen Standort Agordo sowie die zunehmende Verlagerung der Produktion von Halbfabrikaten nach China und Thailand. Dennoch plant das Unternehmen, bis zum Jahresende die Fertigung neuer intelligenter Brillenmodelle in Agordo zu konzentrieren.
Wachstumshoffnung durch Smart Glasses
Trotz der internen Unstimmigkeiten zeigen die jüngsten Geschäftszahlen eine solide operative Basis. Im ersten Halbjahr 2026 konnte der Konzern den Umsatz um 5,7 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro steigern.
Der Nettogewinn wuchs im selben Zeitraum um 12,9 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Ein zentraler Hoffnungsträger bleibt die Kooperation mit Meta bei KI-gestützten Brillen. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als sieben Millionen Einheiten der Meta AI Glasses abgesetzt.
Analysten beobachten die Entwicklung dennoch mit einer gewissen Vorsicht. Luca Solca, Analyst beim Analysehaus Bernstein, warnte vor einem möglichen Image-Problem der Technologie. Eine kritische öffentliche Wahrnehmung der integrierten Kameras könnte den Markterfolg der Wearables langfristig bremsen.
Bernstein stuft die Aktie derzeit mit „Market-Perform“ ein und nennt ein Kursziel von 200 Euro. Damit sieht der Experte zwar Potenzial für eine Erholung, weist aber auch auf die aktuellen Unsicherheiten im Sektor hin.
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