EssilorLuxottica Aktie: 800-Millionen-Rückkauf soll Vertrauen stärken
Zwanzig Führungskräfte unterstützen EssilorLuxottica-Chef Milleri im Streit mit der Gründerfamilie, während die Aktie nahe dem Jahrestief bleibt.

- Zwanzig Manager stärken Milleri den Rücken
- Aufsichtsrat bestätigt Vertrauen ins Führungsteam
- Delfin hält rund 32,4 Prozent
- Aktie bleibt nahe dem 52-Wochen-Tief
Der Machtkampf an der Spitze von EssilorLuxottica erreicht eine neue Stufe. Zwanzig führende Manager des Brillenkonzerns haben sich laut einem Bericht von Bloomberg vom Freitag in einem internen Memo geschlossen hinter Konzernchef Francesco Milleri gestellt.
Die Führungskräfte verteidigen den Chairman und CEO gegen die öffentliche Kritik von Leonardo Maria Del Vecchio, dem Sohn des Firmengründers, der im vergangenen Monat als Chief Strategy Officer ausgeschieden war.
Streit um Führungsstil eskaliert
Del Vecchio hatte seinen Rückzug mit Milleris Führungsstil begründet, den er als „fern“ und „unpersönlich“ bezeichnete. Das Memo der zwanzig Manager weist diese Darstellung zurück: Milleri sei vielmehr der Hüter des Vermächtnisses des Firmengründers Leonardo Del Vecchio.
Zugleich wehren sich die Unterzeichner gegen Versuche, Milleri für den Kursverfall der Aktie verantwortlich zu machen – laut Bloomberg-Bericht ist seit November mehr als die Hälfte des Aktienwerts verloren gegangen.
Der Rückhalt aus der zweiten Führungsebene folgt auf die Erklärung des Aufsichtsrats vom Mittwoch, der Milleri, Vize-CEO Paul du Saillant und dem gesamten Führungsteam bereits einstimmig sein Vertrauen ausgesprochen hatte. Bemerkenswert ist, dass Milleri sich offenbar entschieden hat, die Position des Chief Strategy Officer nach Del Vecchios Abgang nicht neu zu besetzen.
Delfin bleibt größter Aktionär
Hinter dem Führungsstreit steht auch eine Familienangelegenheit: Delfin, die Holding der Familie Del Vecchio, hält weiterhin rund 32,4 Prozent des Kapitals und ist damit größter Einzelaktionär. Die Stimmrechte sind laut Unternehmenssatzung allerdings auf 31 Prozent pro Aktionär gedeckelt, wie aus einer Mitteilung zu den ausstehenden Stimmrechten zum 31. August hervorgeht.
Der Konzern hatte bereits Ende August versucht, mit einem Aktienrückkaufprogramm Vertrauen zurückzugewinnen. Das Volumen von mehr als 800 Millionen Euro soll bis zu fünf Millionen Aktien vom Markt nehmen – ein Signal an die Anleger, dass das Management trotz der Turbulenzen an die langfristigen Aussichten des Unternehmens glaubt.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat der interne Schulterschluss der Manager bislang keine durchgreifende Wirkung gezeigt. Die Aktie schloss am Freitag bei 148,10 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent auf Tagessicht, notiert aber weiterhin nur knapp über ihrem jüngsten 52-Wochen-Tief. Auf Monatssicht steht ein Minus von 10 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 13. November fehlen der Aktie 54 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index von 31 signalisiert eine überverkaufte Situation, was kurzfristig für eine technische Gegenbewegung sprechen könnte. Die fundamentale Unsicherheit über die Zukunft der Führung dürfte die Kursentwicklung jedoch so lange belasten, wie der öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen dem amtierenden Management und der Gründerfamilie nicht beigelegt ist. Anleger beobachten nun, ob Delfin auf die demonstrative Rückendeckung für Milleri öffentlich reagiert.
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