EssilorLuxottica Aktie: 918-Millionen-Rückkauf nach Del-Vecchio-Abgang
EssilorLuxottica will bis zu 5 Millionen eigene Aktien erwerben. Der Kurs liegt nahe dem Jahrestief, während die Kontrolle formal unverändert bleibt.

- Rückkauf von bis zu fünf Millionen Aktien
- Del Vecchio gibt operative Führungsrollen ab
- Aktie nur knapp über Jahrestief
- Stimmrechtsgrenze bleibt bei 31 Prozent
EssilorLuxottica hat einen Dienstleister beauftragt, im Rahmen eines Rückkaufprogramms bis zu 5 Millionen eigene Aktien zu erwerben. Reuters bezifferte das Volumen des Programms auf bis zu 918 Millionen Dollar. Die Nachrichtenagentur ordnete den Schritt als Versuch ein, nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen und dem Rückzug von Leonardo Maria Del Vecchio aus operativen Funktionen Vertrauen bei Anlegern zurückzugewinnen.
Del Vecchio hatte am 25. August seine Managementposten niedergelegt, darunter den Vorsitz der Marke Ray-Ban und die Funktion als Chief Strategy Officer. Reuters berichtete von Spannungen mit Konzernchef Francesco Milleri im Vorfeld des Rückzugs. Der Abgang eines Mitglieds der Gründerfamilie aus der operativen Führung traf den Konzern zu einem Zeitpunkt, an dem das Papier ohnehin unter Druck stand.
Kapitalstruktur bleibt trotz Turbulenzen unverändert
Anfang September legte EssilorLuxottica die Aktien- und Stimmrechtsstruktur zum 31. Juli offen: 464.247.548 Aktien sind ausstehend, davon entfallen 459.591.833 reale Stimmrechte auf Aktien ohne die im Bestand des Unternehmens gehaltenen eigenen Papiere.
Die Satzung begrenzt die Stimmrechte je Aktionär weiterhin auf 31 Prozent – eine Regelung, die angesichts der Familienspannungen um Del Vecchio an Bedeutung gewinnt, weil sie die Machtverhältnisse im Aktionärskreis strukturell absichert.
Kurs nahe Jahrestief, technische Signale überverkauft
Am Freitag schloss die Aktie bei 151,20 Euro und verlor auf Tagesbasis 2,2 Prozent. Damit liegt der Kurs nur noch 1,5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 148,90 Euro, das erst kürzlich markiert wurde. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 323,70 Euro beträgt nun rund 53 Prozent – ein Ausmaß, das die Schwere des Vertrauensverlusts der vergangenen Monate widerspiegelt.
Der RSI von 30,4 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, was das Rückkaufprogramm aus charttechnischer Sicht in einem günstigeren Licht erscheinen lässt, ohne dass dies bereits eine Trendwende bedeuten muss.
Übernahmespekulationen um Armani als Nebenschauplatz
Parallel zu den internen Umbrüchen kursieren Spekulationen um ein mögliches Engagement bei Armani. Reuters berichtete am 4. September, EssilorLuxottica könnte lediglich an einer kleineren Beteiligung interessiert sein und dabei eine Partnerschaft mit anderen Bietern in Betracht ziehen.
Eine bestätigte Entscheidung des Konzerns liegt dazu nicht vor, die Berichterstattung ordnet das Thema als Marktkontext im laufenden Bieterverfahren um das Modehaus ein.
Für Anleger bündeln sich damit mehrere Baustellen: eine ungeklärte Führungsfrage nach dem Abgang Del Vecchios, ein Aktienkurs nahe seinem Jahrestief und ein Rückkaufprogramm, dessen Wirkung sich erst noch zeigen muss. Die Offenlegung der Stimmrechtsstruktur liefert immerhin Klarheit darüber, dass die Kontrollverhältnisse im Konzern trotz der personellen Turbulenzen formal unverändert bleiben.
EssilorLuxottica-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue EssilorLuxottica-Analyse vom 6. September liefert die Antwort:
Die neusten EssilorLuxottica-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für EssilorLuxottica-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
EssilorLuxottica: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




