Estee Lauder Aktie: China zieht Kurs mit

Estée Lauder übertrifft Erwartungen und hebt Prognose an. Chinas Markt wächst wieder, die Aktie springt um über 17 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Aktiensprung um über 17 Prozent
  • China-Wachstum von neun Prozent
  • Optimistischer Ausblick für 2027
  • Operative Marge deutlich verbessert

Estée Lauder hat am Mittwoch die stärkste Kursreaktion seit Jahren hingelegt. Die Aktie sprang zeitweise um mehr als 17 Prozent nach oben, nachdem der Konzern nicht nur die Erwartungen für das vierte Quartal übertroffen, sondern auch einen überraschend optimistischen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 vorgelegt hat. Nach Jahren des Sparens und Schrumpfens klingt das nach einer echten Wende.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im vierten Quartal bei 0,39 Dollar und damit deutlich über der Analystenschätzung von 0,32 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 3,63 Milliarden Dollar, das organische Wachstum beschleunigte sich auf 5 Prozent. Der Nettoverlust schrumpfte im Jahresvergleich von 546 auf 116 Millionen Dollar — ein deutliches Zeichen, dass das Sanierungsprogramm PRGP greift.

China liefert die entscheidende Antwort

Für Anleger war die Frage nach der Erholung in China der wichtigste Prüfstein der Zahlen. Der chinesische Festlandmarkt wuchs organisch um 9 Prozent, begleitet von sechs aufeinanderfolgenden Quartalen mit Marktanteilsgewinnen. Marken wie La Mer treffen offenbar den Nerv jüngerer, wohlhabender chinesischer Konsumenten — genau jener Gruppe, die das globale Prestige-Beauty-Segment antreibt.

Auch das Duftgeschäft trug kräftig bei: Hier wuchs Estée Lauder organisch um 10 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich um 150 Basispunkte auf 75,5 Prozent, die operative Marge legte um 320 Basispunkte auf 11,2 Prozent zu.

Ausblick übertrifft Konsens deutlich

Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Estée Lauder ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 3,10 und 3,35 Dollar in Aussicht — der Mittelwert liegt über der Konsensschätzung von 3,18 Dollar.

Die operative Margenprognose wurde von zuvor 12,5 bis 13,0 Prozent auf nun 12,7 bis 13,5 Prozent angehoben. CEO Stéphane de La Faverie begründete dies mit der Diversifizierung über Produktkategorien und Regionen hinweg, einschließlich beschleunigten Wachstums in Nordamerika.

Der Konzern zahlt zudem weiterhin seine Quartalsdividende von 0,35 Dollar je Aktie, fällig Mitte September für im Bestand befindliche Aktionäre per Ende August.

Nicht alles läuft reibungslos: Zusätzliche Zollkosten von 102 Millionen Dollar belasteten das Geschäftsjahr 2026, teilweise ausgeglichen durch Rückerstattungen von 38 Millionen Dollar. Der Nahe Osten dürfte im vierten Quartal rund zwei Prozentpunkte Wachstum gekostet haben — ein geopolitisches Risiko, das bestehen bleibt.

Mit einem Kurs um die 98 Dollar bewegt sich die Aktie nach dem Sprung nahe an dem, was Bewertungsmodelle als fairen Wert einstufen. Der nächste Test folgt Ende Oktober mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 — dann zeigt sich, ob das organische Wachstum von 3 bis 5 Prozent auch im umsatzstarken Weihnachtsquartal Bestand hat.

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