Estee Lauder Aktie: Comeback mit Wermutstropfen

Estée Lauder übertrifft Umsatzerwartungen, kämpft aber mit sinkendem Gewinn und massivem Stellenabbau. Die Aktie legt dennoch kräftig zu.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt auf 3,71 Milliarden Dollar
  • Nettogewinn sinkt auf 89 Millionen Dollar
  • Stellenabbau auf bis zu 10.000 ausgeweitet
  • Minderheitsbeteiligung an 111SKIN bekannt gegeben

Die Quartalszahlen überraschten positiv — und die Märkte honorierten das prompt. Vorbörslich schoss die Estée-Lauder-Aktie heute um 16 Prozent nach oben, nachdem der Konzern im dritten Quartal besser abschnitt als erwartet.

Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent auf 3,71 Milliarden Dollar und übertraf damit knapp die Analystenprognosen. Besonders die Erholung in China und Europa trug dazu bei, dass CEO Stéphane de La Faveries Turnaround-Plan erste sichtbare Früchte trägt.

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Gewinn unter Druck, Stellenabbau ausgeweitet

Unter der Oberfläche bleibt das Bild aber gemischt. Der Nettogewinn fiel auf 89 Millionen Dollar — nach 159 Millionen Dollar im selben Quartal des Vorjahres. Bereinigt um Sondereffekte lagen die Ergebnisse je Aktie bei 0,88 Dollar und damit auf einem Niveau, das Analysten als solide einschätzen dürften.

Für das Gesamtjahr stellt der Konzern ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 2,35 und 2,45 Dollar in Aussicht.

Gleichzeitig schraubte das Unternehmen sein Stellenabbauziel deutlich höher: Statt der ursprünglich geplanten 5.800 bis 7.000 Stellen sollen nun zwischen 9.000 und 10.000 Positionen wegfallen. Ein klares Signal, dass der Umbau des Konzerns an Tiefe gewinnt — und wohl auch an Tempo.

Investition in klinische Luxushautpflege

Parallel zum Quartalbericht gab Estée Lauder eine Minderheitsbeteiligung an 111SKIN bekannt, einer britischen Premiummarke für klinische Hautpflege. Das Unternehmen wurde 2012 von dem plastischen Chirurgen Dr. Yannis Alexandrides gegründet und setzt auf die hauseigene NAC-Y2-Technologie zur Hautregeneration. Die Produktpalette mit mehr als 30 Artikeln zu Preisen zwischen 50 und 1.000 Dollar wird unter anderem bei Harrods, Nordstrom und in Luxushotels wie dem Mandarin Oriental vertrieben.

Nordamerika macht rund 40 Prozent des 111SKIN-Umsatzes aus, hinzu kommen starke Positionen in China, Großbritannien und dem asiatisch-pazifischen Raum. Der Deal stärkt Estée Lauders Position im wachsenden Segment wissenschaftlich fundierter Prestige-Hautpflege — einem Bereich, in dem Verbraucher zunehmend klinisch belegte Wirksamkeit einfordern.

Gleichzeitig laufen Gespräche über eine mögliche Fusion mit Puig, dem Mutterkonzern von Jean Paul Gaultier. Ob und wann daraus konkrete Schritte folgen, bleibt offen.

Der heutige Kurssprung zeigt, dass der Markt den eingeschlagenen Erholungskurs honoriert. Das schrumpfende Nettoergebnis und der ausgeweitete Stellenabbau erinnern aber daran, dass der Umbau noch längst nicht abgeschlossen ist.

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