Ethereum: 66 EIPs für Hegotá geprüft
Ethereum-Entwickler konkretisieren das Hegotá-Upgrade 2027 mit Fokus auf Privatsphäre. Zudem beantragt Cboe gehebelte ETH-ETFs bei der SEC.

- 66 Vorschläge für Hegotá-Update
- FOCIL stärkt Zensurresistenz
- Cboe beantragt 3x Ethereum-ETFs
- Ethereum Foundation beendet Poseidon-Projekt
Die technologische Weiterentwicklung von Ethereum nimmt konkrete Formen an. Am heutigen Montag berieten die Kernentwickler in einer geplanten Sitzung über die Details für das im Jahr 2027 erwartete Netzwerk-Update mit dem Codenamen Hegotá.
Im Zentrum der Planungen stehen derzeit 66 technische Verbesserungsvorschläge (Ethereum Improvement Proposals, kurz EIPs), mit denen die Funktionalität der Blockchain langfristig gesichert werden soll.
Während die Entwickler die strategischen Weichen für die kommenden Jahre stellen, zeigt sich der Markt stabil: Ethereum notiert heute bei 1.877,01 USD, was einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent entspricht.
Fokus auf Privatsphäre und Zensurresistenz
Die Auswahl der technischen Merkmale für das Hegotá-Upgrade folgt einem strengen Zeitplan. Wie Medienberichte zeigen, ist das Protokoll „FOCIL“ (EIP-7805) derzeit der einzige bereits fest eingeplante Bestandteil des Upgrades. Es soll die Zensurresistenz des Netzwerks massiv stärken.
Weitere 65 Vorschläge befinden sich aktuell in der Prüfung, wobei der Fokus insbesondere auf nativen Privatsphäre-Funktionen liegt. Hierzu zählen unter anderem die Entwürfe EIP-8141, EIP-8250 und EIP-8272.
Für die endgültige Zusammensetzung des Upgrades haben die Entwicklerteams wichtige Fristen gesetzt. Eine Entscheidung zwischen den konkurrierenden Vorschlägen EIP-8141 und EIP-8130 wird für den 27. August erwartet.
Bis zum 10. September sollen die beteiligten Client-Teams zudem ihre priorisierten Präferenzlisten einreichen. Diese technologischen Weichenstellungen finden vor dem Hintergrund einer moderaten Kurserholung statt; der aktuelle Preis notiert knapp 1,9 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 1.841,73 USD.
Glamsterdam-Upgrade und technologische Neuausrichtung
Bevor Hegotá im Jahr 2027 implementiert wird, steht für die zweite Jahreshälfte 2026 das „Glamsterdam“-Upgrade an. Ein wesentliches Ziel dieses Zwischenschritts ist die Erhöhung des sogenannten Gas-Limits auf 200 Millionen Einheiten, um die Kapazität des Netzwerks zu steigern. Für das spätere Hegotá-Upgrade visieren die Entwickler sogar eine Erhöhung auf bis zu 600 Millionen Einheiten an.
Parallel dazu vollzieht die Ethereum Foundation eine überraschende Kehrtwende bei grundlegenden kryptografischen Funktionen. Nach acht Jahren der Entwicklung wird das Projekt Poseidon zugunsten etablierterer Hash-Verfahren wie SHA2 und BLAKE2 aufgegeben.
Grund für diesen Strategiewechsel ist die Erkenntnis, dass herkömmliche Verfahren durch moderne mathematische Optimierungen mittlerweile eine vergleichbare Effizienz in sogenannten SNARK-Beweisen erreichen.
Ein handelsüblicher Laptop kann damit bereits rund eine Million Hashes pro Sekunde verarbeiten. Diese Neuausrichtung gilt als Vorbereitung auf die Zeit der Quantencomputer, deren Bedrohungspotenzial für die Jahre ab 2030 prognostiziert wird.
Institutionelles Interesse durch gehebelte ETFs
Abseits der technischen Entwicklung rücken institutionelle Produkte verstärkt in den Blickpunkt. Die Börse Cboe hat bei der US-Börsenaufsicht SEC die Zulassung für gehebelte Ethereum-ETFs beantragt.
Diese Produkte sollen an der BZX-Börse gelistet werden und darauf abzielen, die tägliche Performance der Kryptowährung mit einem Faktor von drei abzubilden. Ob die Aufsichtsbehörde diesen hochspekulativen Produkten zustimmen wird, gilt in Marktkreisen jedoch noch als ungewiss.
Zudem festigen Großanleger ihre Positionen. Berichten zufolge hält der Investor BitMine mittlerweile rund 5,8 Millionen ETH, was etwa 4,8 Prozent der gesamten im Umlauf befindlichen Menge entspricht.
Auch wenn das Tempo der Zukäufe zuletzt mit rund 7.391 ETH in einer Tranche etwas nachgelassen hat, unterstreicht diese Konzentration das Vertrauen großer Akteure in die langfristige Stabilität des Ökosystems, während das Netzwerk seine Skalierbarkeit für die kommenden Jahre vorbereitet.
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