Ethereum: Acht Forscher verlassen Foundation
Vitalik Buterin kündigt nach acht Abgängen einen Fokus auf Kernkompetenzen an. Die Stiftung will zudem ETH-Verkäufe reduzieren.

- Acht Forscher und Entwickler haben die EF verlassen
- Neue Strategie: Langlebigkeit vor Breite
- Stiftung will ETH-Verkäufe zur Finanzierung senken
- Ethereum-Kurs fällt um 30 Prozent seit Jahresbeginn
Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat sich erstmals öffentlich zur Austrittswelle bei der Ethereum Foundation geäußert. Acht hochkarätige Forscher und Entwickler haben die Organisation seit Jahresbeginn verlassen – fünf davon allein im Mai. Allen voran Tim Beiko, Barnabé Monnot und Carl Beek, der seinen Posten zum 29. Mai räumt.
Buterin reagiert mit einer strategischen Kehrtwende. Die Stiftung werde künftig „Langlebigkeit über Breite“ stellen, schrieb er auf X. Statt massiver Expansion setzt die EF auf ein kleineres Team – mit radikalem Fokus auf die Kernqualitäten des Netzwerks: Zensurresistenz, Open Source, Privatsphäre und Sicherheit, kurz „CROPS“. Um den Verkaufsdruck auf ETH zu senken, will die Stiftung zudem ihre eigenen Token-Verkäufe zur Finanzierung des Betriebs reduzieren. Gleichzeitig soll Buterins eigene Entscheidungsgewalt weiter schrumpfen – im Namen der Dezentralisierung.
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Parallel-Front: Technik und Ökonomie
Die Personalabgänge fallen in eine Phase wachsender Kritik an der wirtschaftlichen Ausrichtung der Stiftung. Der ehemalige EF-Entwickler Dankrad Feist schlug diese Woche eine milliardenschwere Spin-off-Organisation vor. Deren einziger Zweck: die wirtschaftliche Stärkung des ETH-Assets – eine Antwort auf den Vorwurf, die Stiftung agiere zu idealistisch.
Technisch hat Ethereum im Mai das „Glamsterdam“-Upgrade abgeschlossen – die Gaskapazität stieg von 60 Millionen auf 200 Millionen Limits. Ob das reicht, um institutionelles Kapital zurückzuholen, ist offen. Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten vergangene Woche Nettoabflüsse von 209 Millionen Dollar. Allen voran Produkte von BlackRock und Fidelity.
Dominanz geschrumpft, Hoffnung auf „Hegotá“
Der Kurs von Ethereum notiert am Montag bei 2.105 Dollar – ein Minus von 30 Prozent seit Jahresbeginn. Gemessen an der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung liegt der Anteil von Ethereum erstmals seit zwei Jahren unter zehn Prozent. Im Mai 2024 waren es noch über 20 Prozent. Das Kapital wandert in alternative Ökosysteme.
Ein Hoffnungsschimmer: Wale – Großinvestoren mit hohen Beständen – halten derzeit rund 26,55 Millionen ETH. Ein Plus von 32 Prozent seit Januar. Der RSI liegt nahe 36, was auf einen überverkauften Zustand hindeuten könnte.
Ob die Trendwende gelingt, entscheidet sich in der zweiten Jahreshälfte 2026. Dann soll das nächste große Update „Hegotá“ kommen. Es muss beweisen, ob Ethreum institutionelle Nachfrage reaktivieren kann – oder ob die Abwanderung von Talent und Kapital strukturell bleibt.
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