Ethereum: Aztec startet Privacy-Upgrade

Aztecs Tierra-Upgrade behebt eine Sicherheitslücke, beschleunigt private Transfers und bringt neue Anwendungen ins Ethereum-Ökosystem.

Die Kernpunkte:
  • Private Beweise nun doppelt so schnell
  • Ethereum-Nachrichten erreichen Aztec in Sekunden
  • zk.money ermöglicht Einzahlungen aus Ethereum-Wallets
  • BitMine hält knapp 4,9 Prozent des Angebots

Auf Ethereum wächst die Privacy-Infrastruktur. Das Layer-2-Netzwerk Aztec hat heute sein Upgrade „Tierra“ (Alpha V6) gestartet. Es schließt eine kritische Sicherheitslücke aus der Vorgängerversion und beschleunigt private Transaktionen spürbar.

Schneller, sicherer, mit neuen Apps

Die Aztec Foundation beziffert den Tempogewinn deutlich: Private Transaktionsbeweise entstehen nun in rund einer Sekunde auf einem gewöhnlichen Gerät, doppelt so schnell wie bisher. Nachrichten von Ethereum erreichen Aztec in bis zu 12 Sekunden statt im Schnitt in zwei Minuten. Einzahlungen und Transfers zwischen beiden Netzwerken laufen dadurch flotter.

Sicherheitsseitig setzt das Team auf ein KI-gestütztes Testsystem und formale Verifikation zentraler kryptografischer Komponenten. Dass die kritische Lücke aus V5 erst jetzt behoben ist, erklärt ein Sprecher mit der dezentralen Struktur: Das gesamte Netzwerk muss auf die neue Version wechseln, einen zentralen Betreiber gibt es nicht.

Künftige Updates sollen schneller gehen. Aztec nennt mehr als 3.000 Validatoren, keinen zentralen Sequencer und keine privilegierten Einsichtsschlüssel.

Mit dem Upgrade startet ein Anwendungsumfeld. Die Wallet zk.money, die Aztec Labs nach drei Jahren Pause neu aufgelegt hat, erlaubt Einzahlungen direkt aus jeder Ethereum-Wallet. Hinzu kommen unter anderem Galactica für private KI-Anfragen, Nemi für private Perpetuals und die Browser-Wallet Nulo.

Marktumfeld bleibt schwächer

Der Preis spielt dabei bislang eine Nebenrolle. Ethereum liegt rund 19 Prozent unter seinem jüngsten Hoch, Bitcoin nur etwa 11 Prozent. Der Oktober war der schwächste Monat der Geschichte für US-Spot-ETH-ETFs, mit Nettoabflüssen von 1,61 Milliarden Dollar.

Nach dem Hack bei Binance gab Ethereum nur etwa 4 Prozent nach. Beim Bybit-Angriff im Februar 2025 waren es am ersten Tag 8 Prozent. Tom Lee wertet die gedämpfte Reaktion als konstruktiv. Sein Unternehmen BitMine kaufte zuletzt weitere 8.573 ETH und hält nun gut 6 Millionen Einheiten, knapp 4,9 Prozent des umlaufenden Angebots.

Genau darin liegt ein Risiko für den Kurs. BitMine steht kurz vor der selbstgesetzten Grenze von 5 Prozent. Es fehlen noch rund 49.500 ETH, bei dem jüngsten Tempo etwa sechs Wochen. Danach fiele ein preisunabhängiger Käufer weg, der Ethereum fast ein Jahr lang stützte.

Für die kommenden Wochen gilt: Erreicht BitMine seine Obergrenze, zeigt sich erstmals, wie viel Nachfrage ohne diesen Dauerkäufer bleibt.

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