Ethereum: Drei Verlustquartale in Folge

Ethereum verzeichnet erstmals drei Verlustquartale in Folge. Institutionelle Anleger ziehen weiter Kapital ab, während die Netzwerkaktivität nachlässt.

Die Kernpunkte:
  • Erstmals drei Verlustquartale in Folge
  • Kapitalabflüsse aus Ethereum-ETFs halten an
  • Netzwerkaktivität sinkt um 46 Prozent
  • Kritische Unterstützung bei 1.500 Dollar

Ethereum kämpft mit einer historisch schwachen Serie. Zum ersten Mal seit dem Handelsstart 2016 verzeichnet die Kryptowährung drei Quartale in Folge mit Verlusten. Institutionelle Anleger ziehen parallel dazu seit Wochen Kapital aus Ethereum-ETFs ab.

Am Montag eröffnete ETH bei 1.784,15 Dollar, ein leichtes Plus von 0,3 Prozent zum Vortag. Kurz darauf rutschte der Kurs auf 1.737,53 Dollar ab. Aktuell notiert Ethereum bei 1.741,86 Dollar, ein Tagesminus von 2,09 Prozent. Zum Allzeithoch von 4.953,73 Dollar vom August 2025 klafft eine Lücke von fast 65 Prozent.

Bemerkenswert: Trotz der schwachen Tagesbilanz steht ETH auf Wochensicht 10,82 Prozent im Plus, auf Monatssicht sogar 10,20 Prozent. Der Jahresverlust bleibt dennoch massiv – seit Januar hat die Kryptowährung fast 42 Prozent eingebüßt.

Fonds ziehen weiter Kapital ab

Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten bis Ende Juni die siebte Woche in Folge mit Netto-Abflüssen. Allein in der Woche bis zum 26. Juni flossen rund 273 Millionen Dollar aus den Produkten ab, den größten Anteil steuerte BlackRocks ETHA-Fonds bei. Diese Daten stammen von SoSoValue.

Parallel dazu spart die Ethereum Foundation, die zentrale Entwicklungsorganisation hinter dem Netzwerk. Sie hat ihre Belegschaft um 20 Prozent reduziert und das Betriebsbudget um 40 Prozent gekürzt. Zwei Signale, ein Bild: Sowohl Anleger als auch Entwickler-Institutionen fahren ihr Engagement zurück.

Die schwächste Serie der Handelsgeschichte

Die Zahlen hinter dem Abwärtstrend sind eindeutig. Laut Coinglass schloss Ethereum das vierte Quartal 2025 mit einem Minus von 28,28 Prozent ab. Das erste Quartal 2026 brachte einen Verlust von 29,26 Prozent, das zweite Quartal 25,43 Prozent. Diese Kombination gab es in der Geschichte des Coins noch nie.

Auch die technischen Signale bestätigen die Schwäche. Der Kurs liegt aktuell 3,62 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 23 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 2.262,57 Dollar. Ein sogenannter Death Cross – wenn der kurzfristige Durchschnitt unter den langfristigen fällt – bleibt intakt und gilt technisch als Warnsignal.

Hinter der Schwäche steckt aus Analystensicht ein strukturelles Problem: die Debatte um den Wertbeitrag von ETH selbst. Da immer mehr Aktivität auf Layer-2-Netzwerke abwandert, sinken die Grundgebühren auf Ethereum. Weniger ETH wird verbrannt, während Konkurrenten wie Solana weiter Marktanteile beim On-Chain-Volumen gewinnen.

Netzwerk-Aktivität lässt nach

Auch operative Kennzahlen zeigen eine Abkühlung. Glassnode-Daten zufolge erreichte der 14-Tage-Durchschnitt aktiver Adressen Anfang Februar noch einen Höchststand von etwa 795.000. Bis Juni fiel dieser Wert auf rund 420.000 – ein Rückgang von 46 Prozent.

Zwischenzeitliche Erholungen im März, April und Mai konnten sich jeweils nicht halten. Der Juni-Wert markiert den bisherigen Tiefpunkt, ein Boden ist noch nicht erkennbar.

Nicht alle Signale zeigen jedoch nach unten. Berichten zufolge kaufen einige Großinvestoren, sogenannte Whales, weiterhin ETH im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar zu. Bitmine-Chairman Tom Lee führte einen Teil des jüngsten Kursrutsches auf typisches Quartalsend-Verhalten institutioneller Fonds zurück.

Die entscheidende Marke bei 1.500 Dollar

Trader richten den Blick auf eine kritische Unterstützung. Die Zone um 1.500 Dollar markiert das letzte relevante Kurslevel auf dem Tageschart – dort notierte ETH zuletzt im April 2025, während des damaligen Markteinbruchs. Das aktuelle 52-Wochen-Tief liegt bei 1.512,07 Dollar, erreicht erst am 6. Juni.

Ein Tages- oder Wochenschluss unterhalb dieser Marke würde das fragile Erholungsszenario beschädigen. Darunter öffnet sich auf dem Chart eine Lücke ohne nennenswerten Halt. Als möglicher Katalysator für die zweite Jahreshälfte gilt das Glamsterdam-Upgrade, ein Protokoll-Update, das Entwickler nach einer Verzögerung für das dritte Quartal anpeilen.

Anzeige

Ethereum: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ethereum-Analyse vom 6. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Ethereum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ethereum-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ethereum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Ethereum