Ethereum: ETFs kaufen, Kurs zögert

Trotz Kursstagnation bei 1.855 Dollar verzeichnen Ethereum-ETFs hohe Zuflüsse. Institutionelle Anleger setzen auf Ether, während die Marktstimmung verhalten bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Ethereum-ETFs mit 103,9 Mio. Dollar Zuflüssen
  • Bitcoin-ETFs verzeichnen rückläufige Kapitalflüsse
  • BitMine hält 5,78 Mio. ETH, Großteil gestaked
  • Glamsterdam-Upgrade als nächster Kurstreiber

Ethereum notiert bei rund 1.855 Dollar und kämpft seit Tagen mit der Marke von 1.900 Dollar. Während der Kurs seitwärts läuft, zeigen die Kapitalflüsse ein anderes Bild: Institutionelle Anleger bauen Positionen auf, obwohl der Preis kaum vom Fleck kommt. Diese Diskrepanz zwischen Netzwerk-Fundamentaldaten und Marktstimmung treibt aktuell die Debatte um die Kryptowährung.

ETF-Geld verschiebt sich von Bitcoin zu Ethereum

Die amerikanischen Spot-ETFs auf Ethereum sammelten in der vergangenen Woche bis zum 24. Juli 103,9 Millionen Dollar ein – mehr als jeder andere Krypto-Fonds. Es war bereits die dritte positive Woche in Folge. Bei Bitcoin-Produkten verlief die Entwicklung gegenläufig: Die Zuflüsse schrumpften von 197 über 75,6 auf zuletzt 33,8 Millionen Dollar, das Handelsvolumen fiel auf den niedrigsten Stand seit April 2025.

Der Angst-Index verharrt bei 27 Punkten, ein Wert, der auf verhaltene Marktstimmung hindeutet. Trotzdem verschiebt sich das institutionelle Kapital sichtbar in Richtung Ether – ein Kontrast, der die aktuelle Marktphase prägt.

BitMine bremst, staked aber fast alles

Beim größten börsennotierten Ethereum-Besitzer zeigt sich ein gemischtes Bild. BitMine kaufte zuletzt nur noch 7.430 ETH hinzu und hält damit rund 5,78 Millionen Token, etwa 4,8 Prozent des Umlaufs. Von diesem Bestand hat das Unternehmen jedoch mehr als 4,9 Millionen ETH gestaked – ein Zeichen dafür, dass die Kaufpause nicht mit Zurückhaltung bei der Netzwerkbeteiligung gleichzusetzen ist.

Insgesamt waren Ende des zweiten Quartals 40,2 Millionen ETH gestaked, ein Drittel der gesamten Token-Menge und ein Rekordwert. Die annualisierte Staking-Rendite lag im selben Zeitraum bei 2,84 Prozent. Allerdings stammen 93 Prozent dieser Erträge aus neuer Token-Ausgabe und nicht aus Netzwerkgebühren – wer nicht staked, riskiert entsprechend eine Verwässerung seines Anteils.

Ein aktueller Branchenbericht von Bitwise liefert dazu einen Kontext, der die Kursschwäche relativiert: Ethereum wird demnach günstiger und gleichzeitig aktiver genutzt. Die Transaktionskosten sinken, während die Onchain-Aktivität zulegt – ein Effekt, der laut den Analysten vor allem am Protokolldesign liegt, das mehr und billigeren Blockspace zur Verfügung stellt. Die Netzwerkeinnahmen sinken dadurch zwar, doch das spiegelt bewusste technische Entscheidungen wider, nicht zwingend schwächere Nachfrage.

Als nächster potenzieller Kurstreiber gilt das Upgrade Glamsterdam, das für September oder Oktober 2026 vorgesehen ist. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die institutionellen Zuflüsse ausreichen, um die Marke von 1.900 Dollar zu knacken – oder ob der Markt weiter auf das nächste technische Update wartet.

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