Ethereum: Verkauf trifft Staking

Während Vitalik Buterin seinen ETH-Verkauf abschließt, beginnt die Ethereum Foundation mit dem Staking ihrer Treasury. Beide Maßnahmen dienen der Finanzierung, haben jedoch gegensätzliche Marktwirkungen.

Die Kernpunkte:
  • Buterin verkauft über 19.000 ETH für Millionen
  • Ethereum Foundation startet Staking von 70.000 ETH
  • ETH-Kurs leidet unter schwachem Jahresstart
  • Layer-2-Netzwerke reduzieren Mainnet-Gebühren

Zwei Signale prallen diese Woche aufeinander: Vitalik Buterin hat seinen angekündigten ETH-Verkauf abgeschlossen, während die Ethereum Foundation parallel beginnt, einen großen Teil ihrer Treasury zu staken. Beides zielt auf Finanzierung ab – aber mit völlig unterschiedlicher Wirkung am Markt. Warum ist das gerade jetzt wichtig? Weil Ethereum gleichzeitig unter dem bislang schwächsten Jahresstart seiner Geschichte leidet.

Buterins Verkauf: Mehr als angekündigt – aber geplant

Laut On-Chain-Daten (Lookonchain) hat Buterin im Februar insgesamt rund 19.326 ETH verkauft – und damit mehr als die ursprünglich kommunizierten 16.384 ETH. Der Erlös lag bei etwa 39,36 Mio. US-Dollar, umgesetzt zu einem durchschnittlichen Preis von rund 2.037 US-Dollar je ETH.

Die Verkäufe liefen über CoW Protocol in kleineren Tranchen von WETH, um den Markteinfluss zu begrenzen. In den letzten Tagen zog das Tempo deutlich an: Am 25. Februar gingen demnach 2.283 ETH raus, am 26. Februar weitere 6.297 ETH.

Buterin begründete die Liquidation mit der Finanzierung von Open-Source-Projekten und „Public Goods“, darunter Privacy-Technologien, sichere Hardware, verifizierbares Computing, verschlüsselte Kommunikation und Biotechnologie. Laut Arkham-Daten hält er weiterhin mehr als 224.000 ETH in zugeordneten Wallets.

Ethereum Foundation: Weg vom Verkauf, hin zur Selbstfinanzierung

Fast spiegelbildlich dazu stellt sich die Ethereum Foundation (EF) auf: Sie kündigte am 24. Februar an, erstmals systematisch ETH zu staken. Los ging es mit einer ersten Einzahlung von 2.016 ETH – insgesamt sollen rund 70.000 ETH eingesetzt werden. Die Staking-Erträge sollen künftig Forschung am Protokoll, Ökosystem-Entwicklung und Grants finanzieren.

Technisch setzt die EF dabei auf Open-Source-Tools Dirk und Vouch (Attestant): Dirk soll durch verteiltes Signieren über mehrere Jurisdiktionen einzelne Ausfallpunkte vermeiden, Vouch übernimmt das Validator-Management. Laut Berichten wird zudem über mehrere Länder hinweg mit einer Mischung aus gehosteter und selbst verwalteter Hardware gearbeitet.

Damit verschiebt sich das Finanzierungsmodell: Historisch verkaufte die Foundation regelmäßig ETH am Markt, was in der Community oft als negatives Signal gewertet wurde. Bei einer Staking-Rendite von rund 2,808% (CESR) entspräche das laut Marktanalyse etwa 3,6 Mio. US-Dollar jährlicher Erträge auf die 70.000 ETH. Arkham-Daten zufolge hält die EF derzeit rund 172.650 ETH plus 10.000 WETH in ihrer Treasury.

Kurs unter Druck – und strukturelle Gegenwinde

Trotz zwischenzeitlicher Erholung blieb die Lage fragil. Der bereitgestellte Kursdatensatz zeigt: Ethereum steht bei 2.036,46 US-Dollar, in den letzten 30 Tagen jedoch rund 32,6% im Minus (YTD: -32,1%). Das unterstreicht, wie stark der Abwärtstrend zuletzt war – auch wenn es zwischendurch schnelle Gegenbewegungen gab.

Als strukturelles Problem wird ein „Revenue-Paradox“ diskutiert: Layer-2-Netzwerke ziehen einen großen Teil der Aktivität an, zahlen seit dem Dencun-Upgrade aber deutlich weniger Gebühren an das Mainnet zurück. Mehr Nutzung trifft damit auf weniger Fee-Burn – und das schwächt die deflationäre Erzählung, die den Preis früher stützte. Zusätzlich belasten laut Bericht makroökonomische Faktoren und risk-off Stimmung.

Mehr Faktoren: ETF-Idee und kommende Upgrades

Komplexer wird das Bild durch institutionelle und technische Entwicklungen. BlackRocks iShares soll einen staked Ethereum ETF für eine Nasdaq-Notierung beantragt haben. Im Kern: Institutionelle könnten dann potenziell nicht nur Kursentwicklung, sondern auch Staking-Ertrag über ein Produkt abbilden.

Auf der Protokollseite wurde außerdem ein dediziertes DeFi-Team bei der EF genannt. Entwickler bestätigten zudem, dass FOCIL (EIP-7805) in der Hegota-Upgrade-Roadmap für die zweite Jahreshälfte 2026 enthalten sein soll. Für die erste Jahreshälfte 2026 ist außerdem das Upgrade Glamsterdam mit ePBS und weiteren Skalierungsverbesserungen vorgesehen.

Zum Wochenbild passt vor allem eines: Mit dem Ende von Buterins Verkaufsserie und dem Start des EF-Stakings fallen laut Bericht zwei Quellen potenziellen Angebotsdrucks aus dem Marktmechanismus weg. Ob das für eine nachhaltige Trendwende reicht, dürfte kurzfristig weniger an einzelnen Transaktionen hängen – sondern daran, ob sich Stimmung und Makro-Umfeld überhaupt wieder drehen.

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