Ethereum: Wichtiger Meilenstein?
Ethereums Angebot schrumpft durch Rekord-Staking und ETF-Zuflüsse, während der Kurs technische Widerstände überwinden muss. Fundamentaldaten deuten auf langfristig steigende Liquiditätsknappheit hin.

- Rekordhoch von 30% des Angebots im Staking gebunden
- Starke institutionelle Nachfrage durch ETF-Mittelzuflüsse
- Technische Divergenz signalisiert kurzfristige Rückschlagsgefahr
- Layer-2-Lösung Base dominiert Gebühreneinnahmen
Ethereum steckt aktuell in einem Spannungsfeld: Kurzfristig bremsen technische Widerstände und vorsichtige Großinvestoren, gleichzeitig ziehen die Fundamentaldaten das Angebot immer weiter aus dem Markt. Staking-Rekorde, starke DeFi-Nutzung und hohe ETF-Zuflüsse sorgen für eine strukturelle Verknappung, während der Kurs in einer moderaten Konsolidierung feststeckt. Die zentrale Frage: Wie lange können technische Hürden das kräftig sinkende Angebot noch überlagern?
Technisches Bild: Konsolidierung mit Warnsignalen
ETH bewegt sich derzeit knapp über der Marke von 3.300 US-Dollar und liegt damit deutlich unter früheren Hochs, trotz eines zweistelligen Zuwachses im Wochenverlauf. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von gut acht Prozent signalisiert zwar Auftrieb, aber keine Überhitzung.
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Auf den Tagescharts zeigt sich allerdings eine bearishe Divergenz: Der Kurs hat zuletzt höhere Hochs markiert, während der Chaikin Money Flow (CMF) über drei Wochen hinweg tiefere Tiefs ausbildet. Übersetzt heißt das: Der Kaufdruck nimmt ab, obwohl der Preis noch zulegt. Eine zentrale Unterstützung liegt am Bereich der 50-Tage-EMA um 3.287 US-Dollar. Ein Bruch darunter könnte den Weg in Richtung 3.131 US-Dollar öffnen, während auf der Oberseite die Zone um 3.500 US-Dollar als erste ernstzunehmende Hürde gilt.
Parallel dazu nehmen große Wallets Geld vom Tisch. Adressen mit 100.000 bis 1 Million ETH haben in der Woche vor dem 18. Januar rund 230.000 ETH verkauft – ein klassisches Muster von Gewinnmitnahmen bei langjährigen Haltern, das die vorsichtige technische Lage unterstreicht.
Staking und On-Chain-Daten: Der Angebots-Schock
Während Trader auf die Charts schauen, verändern die On-Chain-Daten das Fundament des Marktes deutlich.
Rekord im Staking
Auf der Proof-of-Stake-Ebene von Ethereum sind inzwischen rund 36 Millionen ETH gebunden – etwa 30 Prozent des zirkulierenden Angebots. Diese Coins stehen dem freien Handel auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung.
Besonders auffällig:
- Einstiegs-Queue: Mehr als 2,6 Millionen ETH warten in der Pipeline, um als Validatoren ins Netzwerk aufgenommen zu werden. Die Wartezeit beträgt aktuell rund 45 Tage – ein klares Zeichen für anhaltende Nachfrage nach Staking-Erträgen.
- Ausstiegs-Queue: Gleichzeitig ist die Exit-Warteschlange leer. Bestehende Staker ziehen ihre Einlagen also praktisch nicht ab, obwohl der Kurs bereits deutlich über den Tiefs des vergangenen Jahres liegt.
Diese Kombination aus hohem gebundenem Volumen und fehlenden Ausstiegsbewegungen verstärkt den Effekt eines „Angebotsschocks“: Immer mehr ETH werden langfristig weggeschlossen, während die liquid verfügbare Menge sinkt.
DeFi-Nutzung und Netzwerkaktivität
Auch die Nutzung des Netzwerks bleibt hoch. In DeFi-Protokollen sind mehr als 99 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten hinterlegt. Dazu kommen stabilecoin-basierte Transaktionen im Volumen von rund 18,8 Billionen US-Dollar, die Ethereum als zentrale Abwicklungsplattform für digitale Dollars bestätigen.
Die Zahl aktiver Adressen ist zudem auf etwa 8 Millionen gestiegen – eine Verdopplung innerhalb eines Monats. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Blockspace und On-Chain-Diensten nicht nur von großen Akteuren, sondern auch von einer wachsenden Nutzerbasis getrieben wird.
Institutionen und ETFs: Stetige Zuflüsse trotz Gewinnmitnahmen
Auf der Nachfrageseite treten Institutionen immer stärker in den Vordergrund. Spot-ETFs auf Ethereum verzeichneten in der Woche vor dem 18. Januar Nettomittelzuflüsse von rund 479 Millionen US-Dollar. Allein das Produkt von BlackRock konnte am Freitag, den 16. Januar, etwa 149,2 Millionen US-Dollar an neuem Kapital einsammeln.
Auch Unternehmensschatzhaltungen passen sich an. So meldet BitMine, erhebliche ETH-Bestände in digitalen Treasury-Strukturen zu halten und diese mit Staking-Renditen von rund 2,8 bis 3 Prozent zu bewirtschaften. Für Institutionen wird ETH damit nicht nur als Wertspeicher interessant, sondern auch als produktiver Vermögenswert mit laufendem Ertrag.
Diese Ströme wirken dem Abgabedruck durch große Altbestände entgegen und stützen die These, dass sich der längerfristige „Boden“ im Markt nach oben verschiebt – auch wenn technische Widerstände kurzfristig immer wieder zu Rücksetzern führen können.
Layer-2-Landschaft: Base setzt sich ab
Auf der Infrastruktur-Ebene verschieben sich die Gewichte zugunsten von Base, der von Coinbase entwickelten Layer-2-Lösung auf Ethereum. Mitte Januar generierte Base an einem Tag Gebühreneinnahmen von rund 147.000 US-Dollar und sicherte sich damit knapp 70 Prozent der gesamten Fee-Erlöse aller Ethereum-L2s.
Konkurrenten liegen spürbar zurück:
- Arbitrum: etwa 39.000 US-Dollar Tagesgebühren
- Starknet: rund 9.000 US-Dollar
- Optimism und zkSync: jeweils unter 5.000 US-Dollar
Treiber dieser Entwicklung ist hauptsächlich die „Everything App“-Strategie von Coinbase, die Base als technisches Rückgrat für On-Chain-Funktionen in rund 140 Ländern nutzt. Für Ethereum bedeutet das: Ein wachsender Teil der Nutzeraktivität wandert auf kostengünstige Layer-2s, die Gebühren generieren, aber weiterhin auf die Sicherheit und das Settlement der Mainchain setzen.
Regulierung und Roadmap: Dezentralisierung im Fokus
Auf Protokollebene arbeitet Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin an einer klar umrissenen Agenda für 2026. Unter dem Leitmotiv des „Walkaway Tests“ soll das Netzwerk so robust werden, dass es auch ohne aktive Eingriffe der Kernentwickler stabil weiterläuft.
Zu den technischen Zielen zählen:
- ZK-EVMs: Der Einsatz von Zero-Knowledge-Technologie soll die Anforderungen an die Hardware von Nodes deutlich senken. Die Größe der zu verarbeitenden Blockchain-Daten soll von deutlich über 1 Terabyte auf ein handhabbares Niveau schrumpfen.
- Mehr Privatsphäre und Sicherheit: Social-Recovery-Wallets und verbesserte Privacy-Funktionen sollen den Alltag für Nutzer sicherer und zugleich dezentraler machen.
Auf der regulatorischen Seite bleibt der Blick auf den CLARITY Act gerichtet, der Verzögerungen bei der Einordnung tokenisierter Vermögenswerte mit sich bringt. Gleichzeitig senden die Zulassung von Optionen auf ETH und die fortgesetzte Integration in regulierte ETF-Strukturen Signale in Richtung eines sich einpendelnden, eher normalisierten Umfelds für institutionelle Marktteilnehmer.
Fazit: Kurzfristige Hürden, langfristig sinkende Liquidität
Unterm Strich prallen bei Ethereum derzeit zwei Kräfte aufeinander: Technisch spricht die bearishe Divergenz und das vorsichtige Verhalten großer Wallets für erhöhte Rückschlagsgefahr im Bereich um 3.500 US-Dollar. Fundamental hingegen deuten 30 Prozent gestaktes Angebot, starke DeFi-Kennzahlen, wachsende Netzwerkaktivität und milliardenschwere ETF-Zuflüsse auf eine strukturell verknappte Liquidität hin. Sollten zusätzliche Nachfrageschübe hinzukommen – etwa durch neue Produkte, regulatorische Klarheit oder technologische Fortschritte – wäre die aktuelle Konsolidationsphase eine solide Ausgangsbasis für die nächste Preisfindung auf höherem Niveau.
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