Euromicron dämpft die Erwartungen

Morgen will Euromicron die Zahlen für das dritte Quartal dieses Geschäftsjahres veröffentlichen. Eine Meldung belastet die Erwartungen jedoch schon vorab. Heute teilte der Vorstand mit, dass man die Zielsetzung für die operative EBITDA-Marge nicht erreichen wird.

 

© Pixabay
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Bisher ging der Konzern vom Erreichen des unteren Randes zwischen 6 bis 8% bei der EBITDA-Marge aus. Nach Reorganisationsmaßnahmen sollten zwischen 5 bis 7% erreicht werden. Im Rahmen des Zwischenabschlusses für das dritte Quartal wurde klar, dass diese Ziele nicht machbar sind.

 

EBITDA-Marge wird niedriger ausfallen

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen liegt das operative EBITDA für die ersten neun Monate dieses Jahres bei 5,8 Mio. Euro. Das sind rund 4 Mio. Euro weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Daher erwartet Euromicron für das laufende Geschäftsjahr nur noch eine operative EBITDA-Marge von 4 bis 5%, wobei die Umsetzung von Reorganisationsmaßnahmen diese Marge aller Voraussicht nach mit 1 bis 2 Prozentpunkten belasten wird.

 

Belastungen drücken das Ergebnis

Weitere Belastungen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe erwartet der Konzern aus Abschreibungseffekten aufgrund von Deinvestitionen verlustträchtiger und strategisch nicht relevanter Beteiligungen. Erst Anfang Oktober hatte das Unternehmen mitgeteilt, den Geschäftsbetrieb der 100%igen Tochter Avalan GmbH zum 31. Dezember dieses Jahres einzustellen.

Der Schwerpunkt bei Avalan sind die Montage und Installations-Tätigkeiten im Bereich der Kupfer- und Glasfaserverkabelung, ein margenschwaches Geschäft. Insofern passt dieses Konzept nicht weiter zur Neuausrichtung von Euromicron in Richtung „Internet der Dinge“. Laufende Projekte sollen jedoch zu Ende geführt werden. Die Gesellschaft selbst soll liquidiert werden.

 

Ausblick auf das letzte Quartal

Für das 4. Quartal erwartet Euromicron einen starken Verlauf und eine stabile Entwicklung hinsichtlich Umsatz und Auftragseingang. Dennoch geht man davon aus, den Ergebnisrückstand nicht komplett aufholen zu können. Geblieben sind die Erwartungen für den Umsatz im Gesamtjahr. Dieser soll weiter am unteren Rand der erwarteten 340 bis 360 Mio. Euro liegen.

Die eingeleiteten Reorganisationsmaßnahmen führten dazu zu einer stärkeren Beeinflussung auf das Ergebnis als erwartet. Nach Umsetzung dieser Maßnahmen soll im kommenden Geschäftsjahr die operative Ertragskraft deutlich gesteigert werden.

 

Aktie rührt sich nicht vom Fleck

Dem Markt wird diese Aussicht allein nicht reichen. Die Aktie von Euromicron verharrt weiter auf einem niedrigen Niveau. Im März nach Bekanntwerden von Bilanzproblemen erfolgte ein regelrechter Absturz. Bis Ende Juli ging es danach weiter abwärts bis auf 8,50 Euro.

151105 Euromicron

Seither liegen die Papiere in einem Seitwärtstrend und es ist derzeit nicht in Sicht, dass sich hieran grundlegend etwas ändert. Das Vertrauen der Anleger ist schwer angeschlagen und Euromicron wird sich deutlich anstrengen müssen, dieses wiederzugewinnen. Derzeit heißt es: Abwarten.

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