Euromicron: Trägt die Strategie Früchte?

Seit Anfang April ist der neue Vorstand von Euromicron ganz auf die Neuausrichtung des Unternehmens fokussiert. Dies scheint auch dringend nötig, die Zahlen für das Auftaktquartal stießen nicht auf Begeisterung bei den Marktteilnehmern und auch die Aktie liegt weiter in einem Abwärtstrend.

 

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Bisher war Euromicron ganz darauf ausgerichtet, Umsatzwachstum zu generieren. Das steht nun nicht mehr an erster Stelle. Vielmehr stehen jetzt Profitabilität und eine Verbesserung des operativen Cashflows im Vordergrund.

 

Neuausrichtung wird vorangetrieben

Maßnahmen zur strategischen Neuausrichtung laufen bereits. Vorrangig will sich Euromicron auf den Markt „Internet der Dinge“ fokussieren, wobei man sich vor allem auf die Bereiche „Intelligente Gebäudetechnik“ und „Kritische Infrastrukturen“ konzentrieren will.

Erste Optimierungen in der Personalstruktur des Unternehmens wurden bereits durchgeführt, auch die Konzern-Finanzierung steht auf dem Prüfstand und soll eine neue Struktur erhalten. Bis Ende des 3. Quartals soll dieser Prozess abgeschlossen sein.

Zur Vereinheitlichung von Prozessabläufen und IT-Systemen wurden Anfang dieses Monats die beiden großen regionalen Systemhäuser und die euromicron networks GmbH miteinander verschmolzen. Von Beteiligungen, die strategisch nicht relevant sind oder eher Verluste erwirtschaften, will sich Euromicron ganz trennen.

 

Restrukturierungskosten belasten Euromicron

Insgesamt erzielte Euromicron im 1. Halbjahr Umsatzerlöse von 156,8 Mio. Euro, was leicht unter dem des Vorjahreszeitraumes mit 158,9 Mio. Euro liegt. Der um Factoring-Effekte bereinigte Cashflow lag nach konnte von -12,3 Mio. Euro im Vorjahr auf -8,5 Mio. Euro verbessert werden.

Vorgenannte Maßnahmen zur Reorganisation schlugen mit Belastungen von rund 1,3 Mio. Euro zu Buche. Das EBITDA lag bei 2,6 Mio. Euro, bereinigte um vorgenannte Kosten belief sich das operative EBITA auf 3,9 Mio. Euro nach 5,9 Mio. Euro im Jahr zuvor. Begründet wurde der Rückgang mit dem Volumeneffekt auf dem niedrigeren Umsatz, welcher teilweise durch eine verbesserte Materialquote wieder ausgeglichen werden konnte.

Die EBITDA-Marge lag nach 3,7% im Jahr zuvor jetzt bei 2,5%. Allerdings konnte das 2. Quartal hier punkten, in diesem Zeitraum wurde die operative EBITDA-Marge von 1,8% im 1. Quartal auf 3,2% gesteigert.

 

Auftragseingänge zeigen Erholung an

Mit den Auftragseingängen von 167,7 Mio. Euro liegt der Konzern leicht über dem Niveau des Vorjahres. Jedoch zogen diese im 2. Quartal um 35,5% an, was mit der Auflösung von Auftragsverschiebungen im Herstellerbereich zusammenhing.

Das Eigenkapital lag per Ende Juni mit 106,5 Mio. Euro etwas unter dem per Ende Dezember. Die Eigenkapitalquote sank von 38,4% auf 35,5%.

 

Zielsetzung bleibt bestehen

Der neue Vorstand sieht sich auf dem richtigen Weg mit der neuen strategischen Ausrichtung. Die Prognose wurde insofern bestätigt, dass Umsatz und EBITDA am unteren Rand der gesetzten Spanne erwartet werden.

Diese lagen für den Umsatz zwischen 340 bis 360 Mio. Euro und für die EBITDA-Marge zwischen 5 bis 7%.

 

Aktie liegt leicht im Plus

Seit Ende März ging es für die Aktie von Euromicron bergab. Der größte Absturz erfolgte nach Bekanntwerden von Bilanzproblemen. Jedoch hat sich die Aktie bis heute nicht erholen können und schlussendlich weitere Verluste verbucht.

150807 Euromicron

Der Boden wurde vor einigen Tagen bei 8,52 Euro gefunden, ein nachhaltiger Richtungswechsel ist jedoch bisher nicht erkennbar und wir gehen auch nicht davon aus, dass das Vertrauen der Anleger schnell zurückerobert werden kann, auch wenn heute die Aktie bisher ein Plus verzeichnen konnte. Der Konzern hat jede Menge Baustellen, die erst einmal nach und nach abgearbeitet werden müssen.

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