Euronav Aktie: Erstes Ammoniak-Schiff kommt
Die Reederei CMB.TECH treibt die Umstellung auf ammoniakbetriebene Schiffe voran und baut parallel ein grünes Treibstoff-Ökosystem auf.

- Erstes Ammoniak-Schiff steht vor Auslieferung
- Ausbau des Green-Fuel-Ökosystems vorangetrieben
- Verkauf alter Tanker finanziert Neubauten
- Regulatorische Vorgaben begünstigen die Strategie
Die Tanker-Reederei CMB.TECH, bekannt unter dem alten Namen Euronav, steckt im Umbau. Der Aktienkurs notiert am Dienstag bei 12,68 Euro – ein Minus von 0,16 Prozent. Nach einem Hoch von 15,26 Euro Ende Mai konsolidiert das Papier nun.
Technisch zeigt sich ein geteiltes Bild. Der RSI liegt bei 45,1, also im neutralen Bereich. Die Aktie notiert aber deutlich über ihrer 200-Tage-Linie von 8,97 Euro. Der Abstand beträgt gut 41 Prozent.
Der grüne Wendepunkt
Die entscheidende Frage für Anleger: Wird die Flotte grün? In den kommenden Wochen soll das erste ammoniakbetriebene Schiff ausgeliefert werden. Insgesamt plant der Konzern elf solcher Einheiten – zehn Newcastlemax-Bulker und ein Containerschiff mit 1.400 TEU. Die Auslieferungen ziehen sich bis März 2027.
Parallel dazu baut CMB.TECH sein „Green-Fuel“-Ökosystem auf. Das Unternehmen hat eine Abnahmevereinbarung für grünes Ammoniak aus China geschlossen. Die kommerzielle Nutzung sollte bereits Anfang 2026 starten.
Vom Tanker zum Technologielieferant
CMB.TECH geht einen ungewöhnlichen Weg. Statt nur Schiffe zu betreiben, steigt der Konzern tief in die Treibstoff-Lieferkette ein. Eine Minderheitsbeteiligung an einem Spezialunternehmen für Ammoniak-Logistik sichert Zugang zu Lagertanks und Bunkerbargen. Das Ziel: „Ship-to-Ship“-Betankung ab der zweiten Jahreshälfte.
Die Strategie erinnert an ein Schwungrad. Wer die Technologie auf den Schiffen und die Infrastruktur kontrolliert, profitiert doppelt.
Für die traditionelle Tankerflotte bedeutet das einen langsamen Abschied. CMB.TECH verkauft ältere Tonnage und finanziert damit den Neubau. Bis zu 120 zukunftssichere Schiffe sind geplant.
Regulatorische Rückenwinde
Die Verschärfung der Emissionsgrenzwerte in Europa und Asien spielt dem Konzern in die Karten. Jüngere, multifähige Flotten sind gefragt. Gleichzeitig warnt das Management vor globalen Handelsrisiken. Ein wachsender Auftragsbestand in der Branche könnte die derzeit günstigen Bedingungen belasten.
CMB.TECH bleibt ein ambitioniertes Projekt. Der Umbau ist bereits in vollem Gange – die Bewährung auf See steht noch aus.
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