European Lithium Aktie: 137 Prozent Aufschlag auf Critical Metals

European Lithium fusioniert mit US-Partner Critical Metals. Aktionäre erhalten eine hohe Prämie, während Brüssel neue Impulse für Seltene Erden setzt.

Die Kernpunkte:
  • Bindende Übernahmevereinbarung unterzeichnet
  • 137 Prozent Aufschlag auf Aktienkurs
  • Kontrolle über Grönland-Projekt Tanbreez
  • EU baut strategische Reserve auf

European Lithium gibt seine Eigenständigkeit auf. Der australische Lithium-Entwickler verschmilzt komplett mit seinem US-Partner Critical Metals. Aktionäre lockt ein massiver Aufschlag, Brüssel liefert den geopolitischen Rückenwind. Ein Selbstläufer ist der Deal trotzdem nicht.

Das Management hat eine bindende Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Investoren erhalten für jede European-Lithium-Aktie exakt 0,035 neue Papiere von Critical Metals. Der Deal bewertet den Anteilsschein mit 0,58 Australischen Dollar. Das entspricht einer massiven Prämie von 137 Prozent auf den letzten Schlusskurs.

Grönland rückt in den Fokus

Durch die Fusion sichert sich Critical Metals die vollständige Kontrolle über das Tanbreez-Projekt in Grönland. Bisher hielt European Lithium dort einen Minderheitsanteil. Die Mine liefert schwere Seltene Erden. Diese Metalle sind für Elektromotoren und Rüstungsgüter unverzichtbar.

Passend dazu ändert Brüssel die Spielregeln. Die Europäische Union baut erstmals eine strategische Reserve für Seltene Erden auf. Entsprechende Pläne für Lagerkapazitäten in Rotterdam laufen bereits. Das wertet das ganzjährig erreichbare Tanbreez-Projekt strategisch stark auf.

Gegenwind von Behörden

Die Transaktion birgt handfeste Risiken. Die australische Börsenaufsicht ermittelt wegen möglicher Verstöße gegen Publizitätspflichten. Ein unabhängiges Komitee prüft den Deal für die Minderheitsaktionäre. Der Grund: Tony Sage führt als CEO zeitgleich beide Unternehmen. Diese Doppelrolle sorgt für Kritik.

Parallel dazu stockt das operative Geschäft in Europa. Das Wolfsberg-Projekt in Kärnten hat eine wichtige Umweltgenehmigung verloren. Das zuständige Gericht ordnete eine Neubewertung an. Die finale Investitionsentscheidung verschiebt sich damit auf Ende 2026. Die Zeit drängt.

Im dritten Quartal 2026 stimmen die Aktionäre über den Zusammenschluss ab. Stimmen sie zu, entsteht ein neuer Rohstoffkonzern mit rund 343 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Eine harte Bedingung muss European Lithium bis dahin erfüllen. Die eigene Kasse muss zwingend 330 Millionen Australische Dollar aufweisen.

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