European Lithium Aktie: 30-Millionen-Plan für Tanbreez
European Lithium meldet neuen Großaktionär und Fortschritte beim Tanbreez-Projekt. Critical Metals investiert 30 Mio. US-Dollar in den Ausbau.

- Neuer Großaktionär aufgetaucht
- 30-Millionen-Ausbauplan für Tanbreez
- Bohrkampagne in Grönland läuft
- Kurs legt um 5,44 Prozent zu
European Lithium hat am Freitag mit seinem Quartalsbericht für die drei Monate bis Ende Juni gleich zwei Nachrichten geliefert, die für Bewegung sorgten. Medienberichten zufolge ist bei dem Unternehmen ein neuer Großaktionär aufgetaucht, dessen Identität und Beteiligungshöhe aus den bislang verfügbaren Angaben nicht hervorgehen.
Parallel dazu meldete European Lithium Fortschritte beim Tanbreez-Projekt in Grönland, das im Zentrum der laufenden Übernahme durch Critical Metals Corp steht.
Kursreaktion auf zwei Meldungen zugleich
Die Aktie reagierte auf das Zusammentreffen von neuem Aktionär und Quartalszahlen mit Kursgewinnen. Über sieben Handelstage summiert sich das Plus mittlerweile auf 5,44 Prozent, der Schlusskurs vom Montag lag bei 0,1900 Euro. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt, der Abstand beträgt 14,60 Prozent.
Seit dem 52-Wochen-Tief im August vergangenen Jahres hat sich der Kurs mehr als vervierfacht, vom Hoch aus dem Frühsommer bleibt die Aktie jedoch weit entfernt.
Kapitalspritze für Tanbreez
Der eigentliche operative Fortschritt kommt von Critical Metals Corp, das im Rahmen der geplanten Übernahme bereits als treibende Kraft hinter dem Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt auftritt.
Laut dem Quartalsbericht hat Critical Metals einen Project Acceleration Plan im Volumen von 30 Millionen US-Dollar aufgelegt. Das Programm umfasst zusätzliche Bohrungen, die Entnahme größerer Probenmengen für die Pilotanlage sowie den Erwerb eines grönländischen Bau- und Bergbaudienstleisters.
Zudem hat Critical Metals in Qaqortoq im Süden Grönlands mit dem Bau einer Mehrzweck-Lagerhalle, eines Vor-Ort-Labors und einer Pilotanlage begonnen. Die Infrastrukturmaßnahmen sollen die weitere Erschließung der Lagerstätte beschleunigen, bevor die Übernahme formal abgeschlossen ist.
Untermauert wird die Investitionsentscheidung durch die Kassenlage des Unternehmens: European Lithium verfügte zum Ende des Berichtsquartals über einen Barmittelbestand von 296,3 Millionen australischen Dollar. Diese Reserve gibt sowohl dem Unternehmen als auch Critical Metals finanziellen Spielraum, um das Ausbauprogramm ohne zusätzliche Kapitalmaßnahmen zu finanzieren.
Bohrkampagne läuft planmäßig weiter
Auch unter Tage kommt das Projekt voran. Im Berichtsquartal wurden drei Diamantbohrungen mit einer Gesamtlänge von rund 702,4 Metern abgeschlossen. Sie sind Teil einer insgesamt auf 10.000 Meter angelegten Bohrkampagne, die die Ressourcenbasis des Tanbreez-Vorkommens weiter absichern soll.
Die fortlaufenden Arbeiten fallen zeitlich mit der grönländischen Regierungsentscheidung zusammen, die verbleibenden 50,5 Prozent an Tanbreez auf Critical Metals zu übertragen – ein Schritt, der die Beteiligung von Critical Metals an dem Projekt auf 92,5 Prozent erhöht hat.
Übernahme bleibt der größere Rahmen
Im Hintergrund läuft weiterhin der bindende Scheme Implementation Deed, mit dem Critical Metals sämtliche Anteile an European Lithium im Wege eines gerichtlich genehmigten Schemes gegen eigene Aktien übernehmen will.
Die Verhandlungen reichen bis in den März zurück, als beide Unternehmen erstmals über eine Transaktion sprachen; im April folgte eine unverbindliche Grundsatzvereinbarung. Seit der vor über einem Monat vereinbarten Anpassung des Umtauschverhältnisses hat die Aktie rund 19 Prozent verloren, was zeigt, dass Anleger die endgültigen Konditionen der Fusion weiterhin genau beobachten.
Die operativen Fortschritte in Grönland und der neue Großaktionär ändern daran wenig – sie liefern aber ein Signal, dass sowohl das Management als auch Teile des Marktes an den Wert des Tanbreez-Projekts über die laufende Übernahme hinaus glauben.
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