European Lithium Aktie: 8,20% Sprung vor Fusionsvollzug
European Lithium verzeichnet Kursgewinne, während die geplante Fusion mit Critical Metals im September 2026 umgesetzt werden soll. Ein Großinvestor stärkt das Vertrauen.

- Aktie steigt um 8,2 Prozent
- Fusionstermin für September geplant
- Weiss Asset Management investiert ein
- Wolfsberg-Genehmigung bleibt offen
European Lithium hat am Freitag kräftig zugelegt und schloss bei 0,19 Euro, ein Plus von 8,20 Prozent auf Tagesbasis. Der Sprung fällt in eine Phase, in der die geplante Übernahme durch Critical Metals Corp ihre entscheidende Etappe erreicht: Die Umsetzung der Fusion soll im September 2026 erfolgen, nachdem beide Unternehmen Anfang Juli eine Änderungsvereinbarung zur zugrunde liegenden Scheme Implementation Deed unterzeichnet hatten.
Fusionsfahrplan mit angepassten Mechanismen
Die im Juli getroffene Änderungsvereinbarung berührt nach Unternehmensangaben nicht die wirtschaftlichen Kernkonditionen des Zusammenschlusses, sondern justiert einzelne Umsetzungsmechanismen. Eine praktische Neuerung betrifft Kleinanleger: Aktionäre und Optionsinhaber mit 50.000 oder weniger Aktien beziehungsweise Optionen können eine Verkaufsfazilität nutzen. Ein bestellter Verkaufsagent veräußert für sie die Critical-Metals-Aktien, die sie sonst im Tausch erhalten würden, direkt am Markt.
Ursprünglich hatten sich European Lithium und Critical Metals im Mai 2026 auf ein bindendes Scheme Implementation Deed verständigt. Danach erhalten European-Lithium-Aktionäre 0,035 neue Critical-Metals-Aktien je Aktie, was einer Bewertung von umgerechnet 0,58 australischen Dollar pro European-Lithium-Aktie entspricht und einen Aufschlag von 137 Prozent auf den letzten ungestörten Schlusskurs vor Bekanntgabe darstellte. Nach Abschluss der Transaktion sollen die bisherigen European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent der ausstehenden Anteile am fusionierten Unternehmen halten. Der Zusammenschluss würde zudem die vollständige Konsolidierung des Tanbreez-Seltene-Erden-Projekts in Grönland unter Critical Metals bewirken, das bereits 92,5 Prozent hält, während European Lithium die verbleibenden 7,5 Prozent besitzt.
Für die formale Zustimmung der Aktionäre benötigt European Lithium ein sogenanntes Scheme Booklet mit einem Bericht eines unabhängigen Gutachters. Dieses sollte nach Unternehmensangaben Ende Juli oder Anfang August 2026 verschickt werden, die entsprechenden Versammlungen der Anteilseigner sind für Ende August 2026 vorgesehen.
Weiss Asset Management baut Position auf
Parallel zum Fusionsprozess ist auch das Interesse institutioneller Investoren gestiegen. Weiss Asset Management LP meldete am 31. Juli, mit 87.349.781 Stammaktien und einer Stimmrechtsposition von 5,06 Prozent zum „Substantial Holder“ bei European Lithium geworden zu sein. Der Pflichtmeldung zufolge erwarb die Weiss-Gruppe die Anteile in mehreren Käufen seit dem 1. Mai 2026, zu Preisen zwischen 0,3864 und 0,4806 US-Dollar pro Aktie. Der Einstieg eines Investors dieser Größenordnung kurz vor dem geplanten Vollzug der Fusion unterstreicht, dass institutionelle Anleger dem Zeitplan Vertrauen schenken.
Wolfsberg bleibt Unsicherheitsfaktor im Hintergrund
Ungeklärt bleibt die Genehmigungslage für das Lithiumprojekt Wolfsberg in Österreich. Das österreichische Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2025 eine zentrale Genehmigung aufgehoben und damit eine frühere Entscheidung der Kärntner Landesregierung annulliert, die dem Projekt ein vereinfachtes Umweltverfahren erlaubt hatte. Critical Metals erklärte damals, dies habe keinen Einfluss auf den Zeitplan zum Abbaubeginn, und zeigte sich zuversichtlich, dass die vollständige Umweltgenehmigung wiederhergestellt werde. Im Januar 2026 verlängerte die österreichische Regierung die Bergbaulizenz für Wolfsberg um weitere zwei Jahre; eine Entscheidung über den tatsächlichen Abbaubeginn soll bis Ende 2026 fallen.
Der jüngste Kursanstieg fügt sich in ein Jahr kräftiger Zuwächse: Seit Jahresbeginn steht bei European Lithium ein Plus von 109,71 Prozent. Anleger honorieren damit offenbar die konkreten Fortschritte auf dem Weg zum Fusionsabschluss, auch wenn die endgültige Umsetzung erst mit den Aktionärsversammlungen im September endgültig steht.
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