European Lithium Aktie: 9,10 Prozent Minus durch Critical Metals
Der Aktientausch-Deal mit Critical Metals leidet unter dessen Kursrutsch. Eine Portfolio-Prüfung schafft zusätzliche Unsicherheit für die geplante Fusion.

- Aktie bricht um über neun Prozent ein
- Übernahme als Aktientausch strukturiert
- Critical Metals verliert massiv an Wert
- Fusionsprozess läuft trotzdem weiter
European Lithium bricht am Freitag um 9,10 Prozent ein und rutscht auf 0,1718 Euro. Der Grund liegt nicht im eigenen Geschäft. Er liegt beim Übernahmepartner Critical Metals Corp, dessen Nasdaq-Aktie seit Monaten abstürzt.
Die Aktie von European Lithium liegt jetzt 43,76 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 0,3055 Euro, erreicht am 2. Juni. Ein 14-Tage-RSI von 29,9 signalisiert überverkauftes Terrain. Die Talfahrt trifft eine Aktie, die trotzdem noch fast 90 Prozent seit Jahresbeginn im Plus liegt.
Die Übernahme hängt am Aktienkurs des Käufers
Der Deal zwischen beiden Unternehmen ist als reiner Aktientausch strukturiert. European-Lithium-Aktionäre erhalten für jede ihre Aktie 0,035 Critical-Metals-Aktien. Das bedeutet: Fällt der Kurs von Critical Metals, sinkt automatisch auch der Wert der Übernahme für European-Lithium-Aktionäre.
Genau das passiert gerade. Critical Metals fiel am Nasdaq zuletzt um 7,42 Prozent auf 6,91 Dollar. Seit Januar 2026 hat die Aktie damit fast die Hälfte ihres Werts verloren, obwohl es operativ positive Nachrichten gab. Grönland-Projekte erhielten Genehmigungen, Lieferverträge für Seltene Erden kamen hinzu.
Der Kursverfall bei Critical Metals zieht European Lithium direkt mit nach unten. Kein Wunder, dass Anleger auf beiden Seiten der Transaktion nervös reagieren.
Strategieprüfung sorgt für zusätzliche Unsicherheit
Critical Metals hat die Investmentbank Clear Street beauftragt, das eigene Portfolio zu überprüfen. Ziel ist es, den Wert für Aktionäre zu maximieren. Die Kanzlei White & Case berät rechtlich.
Im Zentrum der Prüfung steht das Grönland-Flaggschiffprojekt Tanbreez. Critical Metals will es beschleunigt weiterentwickeln. Parallel dazu prüft der Konzern, ob er Randgeschäfte abstoßen kann – durch Spin-offs, Verkäufe oder Partnerschaften.
Diese Prüfung schafft neue Fragen für den Deal mit European Lithium. Theoretisch könnte das österreichische Wolfsberg-Lithiumprojekt selbst in die Kategorie der Randbestände fallen, die Critical Metals abstoßen will, während sich der Konzern auf Seltene Erden fokussiert.
Der Fusionsprozess läuft trotzdem weiter
Unabhängig vom Kurschaos treiben beide Unternehmen den Deal weiter voran. Sie haben eine Änderungsvereinbarung zum bestehenden Umsetzungsvertrag unterschrieben. Die kommerziellen Kernbedingungen bleiben dabei unverändert, nur technische Details der Umsetzung wurden angepasst.
European Lithium plant, sein Scheme Booklet einschließlich eines unabhängigen Prüfberichts Ende Juli oder Anfang August an Aktionäre und Optionsinhaber zu verteilen. Das Dokument benötigt Zustimmungen nach australischem Recht. Beide Seiten gehen aktuell davon aus, dass die Transaktion im September 2026 abgeschlossen wird – vorausgesetzt, alle Genehmigungen von Aktionären, Optionsinhabern und Gerichten liegen vor.
Nach Abschluss sollen bisherige European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent des kombinierten Unternehmens halten. Genau dieser Anteil steht nun infrage, solange der Aktienkurs von Critical Metals weiter fällt und die Strategieprüfung offene Fragen zum Portfolio aufwirft.
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