European Lithium Aktie: Fusion mit Critical Metals Anfang September
European Lithium beantragt ASX-Notierung neuer Aktien aus Wandelinstrumenten. Die Fusion mit Critical Metals Corp steht kurz vor dem Abschluss.

- 193.019 neue Aktien beantragt
- Fusion mit Critical Metals naht
- Tanbreez-Projekt treibt Wert
- Analysten uneins über Bewertung
European Lithium hat bei der australischen Börse ASX die Notierung von 193.019 neuen Stammaktien beantragt. Die Papiere entstehen aus der Ausübung beziehungsweise Wandlung bestehender Wandelinstrumente. Es ist ein technischer Vorgang, der jedoch in eine entscheidende Phase des Unternehmens fällt: den Zusammenschluss mit dem Nasdaq-gelisteten Unternehmen Critical Metals Corp.
Fusion mit Critical Metals vor dem Abschluss
Die geplante All-Aktien-Fusion sieht vor, dass Aktionäre von European Lithium für jede gehaltene Aktie 0,035 Aktien von Critical Metals erhalten. Die Transaktion wird mit rund 835 Millionen US-Dollar bewertet.
Nach Unternehmensangaben soll die Scheme-Umsetzung Anfang September 2026 abgeschlossen sein, vorbehaltlich finaler regulatorischer und Aktionärszustimmungen. Die zusätzlichen Aktien aus der Wandlung erhöhen die Aktienbasis noch kurz vor diesem Termin, was für Anleger bei der Bewertung des Umtauschverhältnisses relevant bleibt.
Finanziell steht European Lithium vergleichsweise solide da: Zum 31. März 2026 verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von rund 306 Millionen australischen Dollar, ergänzt um handelbare Wertpapiere im Umfang von 11 Millionen US-Dollar. Diese Mittel dürften auch dem fusionierten Unternehmen zugutekommen, sobald der Zusammenschluss vollzogen ist.
Tanbreez treibt das Tempo
Der eigentliche Werttreiber der Fusion liegt beim Seltenerdprojekt Tanbreez in Grönland, das Critical Metals Corp vorantreibt. Unternehmenschef Tony Sage berichtete kürzlich über operative Fortschritte: Drei aktive Bohrgeräte sind im Einsatz, ein Betriebscamp wurde errichtet, und die Vorbereitungen für eine Pilotanlage laufen nach Gesprächen mit Grönlands Außen- und Bergbauministerium.
Der Vorstand von Critical Metals hat zudem ein Beschleunigungsprogramm über 30 Millionen US-Dollar genehmigt, um die erste Erzproduktion bis zum vierten Quartal 2028 oder ersten Quartal 2029 zu erreichen. Konzentratexporte sollen ab dem dritten Quartal 2029 folgen.
Parallel dazu hat Critical Metals eine strategische Überprüfung eingeleitet, um sich stärker auf Tanbreez zu konzentrieren. Dabei stehen auch nicht zum Kerngeschäft zählende Vermögenswerte wie das österreichische Wolfsberg-Lithiumprojekt zur Disposition – möglicherweise über eine Verwertung, Ausgliederung oder einen Verkauf.
Gemischte Analystenreaktionen zu Critical Metals
Die Einschätzungen zu Critical Metals fielen zuletzt uneinheitlich aus. Cantor Fitzgerald nahm die Coverage mit einer spekulativen Kaufempfehlung und einem Kursziel von 18 US-Dollar auf und verwies auf das Ressourcenwachstumspotenzial von Tanbreez.
Freedom Broker stufte die Aktie dagegen von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 17 auf 8 US-Dollar, mit Verweis darauf, dass der Projektfortschritt hinter den im vorläufigen wirtschaftlichen Gutachten von 2025 gesteckten Zeitplänen zurückbleibe.
Für Anleger von European Lithium bleibt entscheidend, dass die eigene Aktie faktisch zum Vehikel für die Bewertung von Tanbreez wird. Der Kurs notiert derzeit bei 0,1848 Euro und damit rund 11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, während er seit Jahresbeginn eine Verdopplung verzeichnet hat.
Die schwankenden Analystenstimmen zu Critical Metals dürften sich in den kommenden Wochen direkt auf die Bewertung der European-Lithium-Aktie durchschlagen, sobald der Zusammenschluss vollzogen ist.
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