European Lithium Aktie: Fusionsziel rutscht in den Oktober

European Lithium verzeichnet Kursplus von 9,11 Prozent, während sich die Fusion mit Critical Metals Corp weiter verzögert. Neuer Großaktionär Weiss Asset Management hält 5,06 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Aktie steigt um 9,11 Prozent
  • Weiss Asset Management meldet 5,06 Prozent
  • Fusionsabschluss verschiebt sich auf Oktober
  • Kleinaktionäre erhalten Barauszahlung statt Aktien

European Lithium sorgt für Bewegung an der Börse, während sich der Zeitplan für die geplante Fusion mit Critical Metals Corp weiter verzögert. Die Aktie schloss am Freitag bei 0,1916 Euro und legte damit binnen eines Tages um 9,11 Prozent zu. Seit Jahresanfang steht nun ein Plus von 111,48 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen für die hohe Schwankungsbreite, mit der Anleger bei dem Lithium-Titel derzeit rechnen müssen.

Neuer Großaktionär vor Fusionsabschluss

Parallel zur Kursbewegung meldete Weiss Asset Management LP zusammen mit verbundenen Gesellschaften am Dienstag eine wesentliche Beteiligung an European Lithium. Die Gruppe hält demnach 87.349.781 Stammaktien, was einem Stimmrechtsanteil von 5,06 Prozent entspricht. Der Status als Substantial Holder wurde formal zum 31. Juli festgestellt. Laut der Meldung erfolgten die zugrunde liegenden Käufe in mehreren Tranchen seit dem 1. Mai, zu Preisen zwischen 0,3864 und 0,4806 US-Dollar je Aktie.

Die neue Position steht in einem interessanten Kontrast zu einer früheren Bewegung: Morgan Stanley Australia Securities Limited hatte Ende April eine Reihe von Transaktionen abgeschlossen und war anschließend als wesentlicher Aktionär bei European Lithium ausgeschieden. Der Eigentümerkreis des Unternehmens verändert sich damit spürbar, während die Fusion mit Critical Metals in ihre entscheidende Phase geht.

Fusionsfahrplan verschiebt sich

Am 3. Juli unterzeichneten European Lithium und Critical Metals Corp eine Änderungsvereinbarung zur bestehenden Scheme Implementation Deed. Sie passt technische Details der Umsetzung an, führt eine Verkaufsfazilität für Kleinaktionäre ein und streicht die bisher vorgesehene CDI-Struktur. Aktionäre und Optionsinhaber mit 50.000 oder weniger Aktien beziehungsweise Optionen können ihre Ansprüche künftig automatisch in bar ausgezahlt bekommen, statt Aktien von Critical Metals zu erhalten – ein bestellter Verkaufsagent würde die entsprechenden Titel am Markt platzieren. Kaufpreis, zentrale Bedingungen und die strategische Logik der Transaktion bleiben laut den Unternehmen unverändert.

Der Zeitplan gerät dagegen zunehmend unter Druck. European Lithium hatte für Ende Juli oder Anfang August die Versendung des Scheme Booklets inklusive eines Independent Expert’s Report angekündigt; als unabhängiger Gutachter fungiert dabei Nexia Perth Corporate Finance. Ursprünglich war die Umsetzung der Fusion für September vorgesehen, wobei bestehende European-Lithium-Aktionäre rund 41 Prozent am kombinierten Unternehmen halten sollten. Mittlerweile kursieren in der Berichterstattung auch Zieltermine im Oktober – ein Hinweis darauf, dass sich der ursprüngliche Fahrplan bereits verschoben hat.

Strategische Verbindung über TanBreez

Die enge Verzahnung beider Unternehmen zeigt sich auch im gemeinsamen Projektgeschäft. European Lithium und Critical Metals sind Partner im TanBreez-Projekt, wobei Critical Metals 92,5 Prozent hält und European Lithium den restlichen Anteil. Umgekehrt ist European Lithium selbst mit 31 Prozent an Critical Metals beteiligt. Beide Gesellschaften werden von Tony Sage geführt, was die Verbindung zusätzlich unterstreicht. Nach dem ursprünglichen Deal sollen European-Lithium-Aktionäre 0,035 Critical-Metals-Aktien je gehaltener Aktie erhalten.

Offen bleibt weiterhin, ob das Bedingungswerk der Transaktion vollständig erfüllt wird – darunter eine Liquiditätsschwelle von 330 Millionen australischen Dollar an Netto-Barmitteln und liquiden Vermögenswerten, sowie die noch ausstehenden Gerichts- und Aktionärszustimmungen. Bis zur endgültigen Klärung dürfte die Aktie angesichts der aktuellen Volatilität von rund 84 Prozent auf 30-Tage-Basis ein Papier für risikobereite Anleger bleiben.

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