European Lithium Aktie: Stark unterwegs!
Die Beteiligung Critical Metals schließt milliardenschweres Saudi-Deal und meldet gute Bohrergebnisse, doch der Aktienkurs von European Lithium spiegelt den Wert nicht wider.

- Milliarden-Joint Venture mit saudischem Partner geplant
- Starke Bohrergebnisse vom Tanbreez-Projekt in Grönland
- Auffällige Bewertungslücke zur US-Beteiligung CRML
- Analysten sehen Kaufchance bei aktueller Bewertung
European Lithium startet mit gleich zwei starken Nachrichten in den Freitag: ein potenziell milliardenschweres Joint Venture der Beteiligung Critical Metals Corp mit einem saudischen Partner und sehr gute Bohrergebnisse aus Grönland. An der Börse spiegelt sich das bislang nur auf der US-Seite wider – während CRML kräftig zulegte, gab die European-Lithium-Aktie in Australien leicht nach. Wie groß ist die Diskrepanz zwischen Börsenwert und Beteiligungswert?
Saudisches Joint Venture als Kurstreiber für CRML
Der wichtigste Impuls kommt von Critical Metals Corp (Nasdaq: CRML), an der European Lithium rund 44,98 % hält.
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Am 15. Januar meldete Critical Metals eine unverbindliche Absichtserklärung mit der saudischen Tariq Abdel Hadi Abdullah Al-Qahtani & Brothers Company (TQB) zur Gründung eines 50/50-Joint-Ventures. Geplant ist der Bau einer Anlage zur Verarbeitung Seltener Erden in Saudi-Arabien.
- Volumen und Struktur: Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar. Critical Metals soll eine 50% Free-Carry-Beteiligung erhalten und damit keine eigenen Investitionsausgaben oder Schulden für den Bau tragen.
- Offtake vollständig vergeben: Im Rahmen der Vereinbarung wird auch die langfristige Abnahme der verbleibenden 25 % der Produktion aus dem Tanbreez-Projekt in Grönland gesichert. Damit ist die geplante Produktion der Tanbreez-Mine nun zu 100 % über langfristige Verträge verkauft.
- Bewertungseffekt: Auf Basis des Schlusskurses von 17,25 US-Dollar je CRML-Aktie am 15. Januar (Tagesplus über 32 %) ergibt sich für die rund 53 Mio. von European Lithium gehaltenen CRML-Aktien ein theoretischer Wert von rund 915 Mio. US-Dollar. Dieser Wert liegt deutlich über der aktuellen Marktkapitalisierung von European Lithium und deutet auf eine auffällige Sum-of-the-Parts-Diskrepanz hin.
Parallel dazu setzte CRML seine starke Kursrallye fort: Die Aktie stieg am 15. Januar an der Nasdaq um 32,58 % auf 17,25 US-Dollar und liegt seit Jahresbeginn bereits über 150 % im Plus. Demgegenüber fiel European Lithium heute in Sydney um 5,13 % auf 0,278 AUD.
Starke Bohrergebnisse vom Tanbreez-Projekt
Zusätzlich zu den Corporate News legte European Lithium heute Ergebnisse des Bohrprogramms 2025 auf dem Tanbreez-Projekt in Grönland vor.
- Gehalte und Kontinuität: Die Untersuchungsergebnisse bestätigen eine sehr gute Kontinuität der Vererzung. Die Gehalte an Total Rare Earth Oxides plus Yttrium (TREO+Y) liegen in einer Spanne von 0,35 % bis 0,77 %.
- Schwerpunkt auf schweren Seltenen Erden: Der Anteil schwerer Seltener Erdenoxiden beträgt 25–29 % und liegt damit in einem vergleichsweise hohen Bereich, was üblicherweise mit höheren Wertanteilen verbunden ist.
- Markante Bohrabschnitte: Besonders hervorzuheben ist Bohrloch 25-D02 mit einem Abschnitt von 187 Metern mit 0,48 % TREO+Y ab der Oberfläche.
- Strategische Beiprodukte: Die Proben zeigen zudem relevante Gehalte an strategischen Metallen: Gallium (rund 100 ppm), Hafnium (rund 300 ppm) und Yttrium (600–700 ppm).
Diese Daten stärken die technische Basis für Tanbreez und liefern zusätzliche Argumente für eine industrielle Entwicklung des Projekts, das im Zentrum der CRML-Story steht.
Bewertungsdifferenz und Branchenkontext
Die unterschiedliche Kursentwicklung von CRML und European Lithium macht eine deutliche Bewertungslücke sichtbar. Während CRML an der Nasdaq deutlich zulegt, liegt die Marktkapitalisierung von European Lithium derzeit unter 400 Mio. AUD. Allein der rechnerische Wert des CRML-Pakets beläuft sich auf über 1,3 Mrd. AUD (umgerechnet aus den rund 915 Mio. US-Dollar).
Diese Diskrepanz wird von Marktbeobachtern als mögliches Bewertungsarbitrage-Szenario interpretiert oder als Hinweis darauf, dass der australische Markt den Beteiligungswert bislang nur teilweise einpreist.
Das geplante saudische Joint Venture fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein: Verarbeitungskapazitäten für Seltene Erden verlagern sich zunehmend in Länder mit günstigen Rahmenbedingungen bei Kapital und Energie, etwa Saudi-Arabien. Damit soll die Abhängigkeit von chinesischen Raffineriekapazitäten reduziert werden. Die Free-Carry-Struktur des Deals nimmt Critical Metals zugleich eine große Investitionshürde, die gerade bei Entwicklungsunternehmen häufig die Bewertung belastet.
Gleichzeitig bleibt das Risiko-Profil klar umrissen: Die Vereinbarung mit TQB ist bislang unverbindlich. Es müssen noch endgültige Verträge ausgehandelt und unterzeichnet werden. Zudem ist Critical Metals weiterhin ein Unternehmen ohne laufende Umsätze und weist in den Finanzberichten übliche „Going Concern“-Hinweise auf, wie sie in dieser Entwicklungsphase häufig vorkommen.
Ausblick: Nächste Meilensteine im Fokus
Für European-Lithium-Aktionäre rückt nun vor allem die Umwandlung des saudischen Term Sheets in bindende Verträge in den Mittelpunkt. Ein weiterer technischer Meilenstein ist die Inbetriebnahme der Tanbreez-Pilotanlage, die für Mai 2026 geplant ist.
Die aktuellen Bohrergebnisse sollen in eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung einfließen, die voraussichtlich im Verlauf des ersten oder zweiten Quartals 2026 veröffentlicht wird. Von Analystenseite bleibt der Ton positiv: First Berlin Equity Research bestätigte am 13. Januar sein Kauf-Rating und erhöhte das Kursziel auf 0,22 Euro, mit Verweis auf die aus ihrer Sicht erhebliche Lücke zwischen Aktienkurs und zugrundeliegendem Vermögenswerten. Technisch orientierte Marktteilnehmer beobachten, ob die European-Lithium-Aktie in den kommenden Wochen näher an die Bewertung ihrer US-Beteiligung aufschließen kann.
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