Eutelsat Aktie: 1,2 Milliarden Euro Capex geplant

Eutelsat steigert Umsatz dank LEO-Segment, plant jedoch Investitionen von 1,2 Mrd. Euro. Analysten zeigen sich vorsichtig optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • LEO-Erlöse steigen um 69,5 Prozent
  • Capex-Prognose übertrifft Analystenerwartungen deutlich
  • JPMorgan hebt Einstufung auf Neutral an
  • FCC-Zahlung bringt 504 Millionen Dollar

Eutelsat navigiert derzeit durch eine Phase massiver Investitionen und strategischer Neuausrichtung. Während das Unternehmen beim Ausbau seiner LEO-Dienste deutliche Fortschritte erzielt, belastet ein unerwartet hoher Kapitalbedarf für das kommende Geschäftsjahr die Stimmung der Anleger. Am heutigen Montag zeigt sich die Aktie jedoch stabilisiert und notiert mit einem Plus von 4,05 Prozent bei 2,13 Euro.

Starke Zuwächse im LEO-Segment

In dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 2025/26 verzeichnete Eutelsat einen Gesamtumsatz von rund 1,24 Milliarden Euro. Dies entspricht auf vergleichbarer Basis einem Anstieg von 3,0 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Geschäft mit Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO), das über die OneWeb-Konstellation betrieben wird. Die Erlöse in diesem Segment sprangen auf vergleichbarer Basis um 69,5 Prozent auf 297 Millionen Euro nach oben. Damit steuert die LEO-Sparte bereits ein Viertel zum Gesamtumsatz der Gruppe bei, verglichen mit lediglich 15 Prozent im Vorjahr.

Operativ erzielte Eutelsat ein bereinigtes EBITDA von 632,4 Millionen Euro, was einer Marge von 51,2 Prozent entspricht. Den Nettoverlust konnte das Unternehmen deutlich eingrenzen: Er belief sich für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 457,3 Millionen Euro, nachdem im vorangegangenen Zeitraum noch ein Minus von mehr als einer Milliarde Euro zu Buche gestanden hatte. Laut Eutelsat-Chef Jean-François Fallacher sei das Unternehmen derzeit im Vergleich zu Wettbewerbern wie Starlink unterbewertet. Der Auftragsbestand der Gruppe lag zum Stichtag Ende Juni bei 3,4 Milliarden Euro, wobei Konnektivitätsdienste mittlerweile 61 Prozent des Orderbuchs ausmachen.

Weichenstellung für europäische Satelliten-Konstellation

Ein zentraler Pfeiler der künftigen Strategie ist die Beteiligung am IRIS²-Programm der Europäischen Kommission. Das Konsortium SpaceRISE, dem neben Eutelsat auch SES und Hispasat angehören, hat am vergangenen Freitag eine formelle Vereinbarung zur Umsetzung dieses Projekts unterzeichnet. Das Vorhaben wird mit einem Gesamtwert von 15,6 Milliarden Euro beziffert. Eutelsat übernimmt dabei die Federführung für das LEO-Segment.

Die Architektur des IRIS²-Programms sieht insgesamt 348 Satelliten vor, von denen 330 in der niedrigen Erdumlaufbahn positioniert werden sollen. Medienberichten zufolge plant Eutelsat, bis zu 3,4 Milliarden Euro in diese LEO-Ebene zu investieren. Flankierend dazu stärkt das Unternehmen seine europäische Verankerung durch eine strategische Absichtserklärung mit der polnischen Regierung, um die dortige Beteiligung an der souveränen Konnektivitäts-Infrastruktur zu fördern.

Analysten-Votum und finanzielle Ausblicke

Trotz der operativen Fortschritte reagierten Marktteilnehmer am vergangenen Freitag zunächst mit Verkäufen auf die neue Guidance für das Geschäftsjahr 2026/27. Eutelsat prognostiziert darin Brutto-Investitionen (Capex) von etwa 1,2 Milliarden Euro. Diese Summe liegt deutlich über dem Analysten-Konsens, der im Vorfeld lediglich von rund 825 Millionen Euro ausgegangen war. Zugleich stellt das Management eine stabile EBITDA-Marge in Aussicht.

Die Analysten von JPMorgan reagierten am Freitag auf die jüngsten Entwicklungen und hoben die Einstufung für Eutelsat von „Underweight“ auf „Neutral“ an. Das Kursziel wurde jedoch auf 1,90 Euro gesenkt. Die Experten begründeten den Schritt mit einem begrenzten weiteren Abwärtspotenzial nach der langfristigen Erosion des Börsenwertes, mahnten jedoch gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen an eine schnelle Erholung.

Finanzielle Entlastung verspricht eine Zahlung der US-Regulierungsbehörde FCC. Eutelsat bestätigte den Erhalt von Incentive-Zahlungen in Höhe von 504 Millionen US-Dollar für die erfolgreiche Räumung des oberen C-Bands. Trotz der heutigen Kurserholung verbleibt die Aktie mit 53,89 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn konnte der Wert dennoch um 24,85 Prozent zulegen.

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