Eutelsat Aktie: 229 Satelliten für OneWeb geplant

Eutelsat sichert sich 3,39 Mrd. Euro EU-Auftrag und treibt LEO-Ausbau voran, während der Aktienkurs unter Anlegerskepsis leidet.

Die Kernpunkte:
  • IRIS²-Abkommen: 3,39 Mrd. Euro
  • OneWeb-Ausbau mit 229 Satelliten
  • LEO-Umsatz steigt um 70 Prozent
  • Aktie fällt trotz Großaufträgen

Nach der Bilanzvorlage für das Geschäftsjahr 2025-26 vor rund zwei Wochen, die am Markt aufgrund eines vorsichtigen Ausblicks zunächst für Verkaufsdruck sorgte, rücken nun die langfristigen Wachstumstreiber von Eutelsat Communications in den Fokus.

Der Satellitenbetreiber positioniert sich über massive Infrastrukturprojekte und den Ausbau seiner Kapazitäten im Bereich der niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) als zentraler Akteur der europäischen Weltraumstrategie.

Infrastruktur-Großauftrag und Ausbau der Satelliten-Flotte

Ein entscheidender Meilenstein für die langfristige Planungssicherheit ist die Unterzeichnung des Umsetzungsabkommens für das EU-Programm IRIS². Als Teil des SpaceRISE-Konsortiums, dem auch SES und Hispasat angehören, übernimmt Eutelsat eine Schlüsselrolle beim Aufbau dieser hoheitlichen europäischen Kommunikationsinfrastruktur.

Laut Unternehmensangaben entfällt auf Eutelsat ein Auftragsanteil von 3,39 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2027 bis 2034. Das Programm, das die digitale Souveränität Europas stärken soll, ist mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2040 angelegt.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Expansion seiner Tochter OneWeb voran. Medienberichten zufolge plant Eutelsat, die OneWeb-Konstellation bis 2034 umfassend zu erweitern. Das Vorhaben sieht 229 zusätzliche Satelliten sowie 440 Ersatzgeräte vor, wobei das Investitionsvolumen für diese Flottenerweiterung auf rund eine Milliarde Euro geschätzt wird.

Die Relevanz dieses Segments spiegelt sich bereits in den jüngsten Geschäftszahlen wider: Der LEO-Umsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um fast 70 % auf 297 Millionen Euro und steuert damit bereits etwa ein Viertel zum Gesamtumsatz der Gruppe von rund 1,24 Milliarden Euro bei.

Refinanzierung und hoheitliche Partnerschaften

Um die notwendigen Investitionen für den Kapazitätsausbau zu stemmen, hat Eutelsat ein umfassendes Refinanzierungspaket im Volumen von 5 Milliarden Euro geschnürt. Dieses beinhaltet unter anderem eine neue Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro, die die finanzielle Flexibilität des Konzerns mittelfristig sichern soll.

Flankiert wird die finanzielle Basis durch stabile Einnahmen aus dem Verteidigungssektor. So sicherte sich das Unternehmen einen Abrufvertrag mit dem französischen Verteidigungsministerium im Wert von 350 Millionen US-Dollar.

Zusätzliche Liquidität wird für das nächste Jahrzehnt erwartet: Die US-Fernmeldebehörde FCC hat einen Clearing-Bescheid für das C-Band erlassen, der Eutelsat im Jahr 2031 Incentive-Zahlungen in Höhe von 504 Millionen US-Dollar in Aussicht stellt. Trotz dieser positiven langfristigen Signale berichtete Reuters, dass die Signale für eine verzögerte Verbesserung der Profitabilität die kurzfristige Stimmung der Anleger belasteten.

Marktdruck und spekulative Positionen

Das aktuelle Marktumfeld für die Eutelsat-Aktie bleibt angespannt. In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete der Titel einen Rückgang von 10 % und schloss am Freitag bei einem Kurs von 1,94 Euro. Dieser Abwärtstrend hat auch die Aufmerksamkeit von Leerverkäufern erhöht. Wie aus einer Meldung der französischen Aufsichtsbehörde AMF hervorgeht, hielt Citadel Advisors am 12. August eine Netto-Short-Position von 0,5 % an dem Unternehmen.

Aus technischer Sicht liefert der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 35,5 erste Hinweise auf eine sich zuspitzende Situation, da sich der Wert der Zone nähert, die am Markt gemeinhin als überverkauft gilt.

Während die operative Transformation in Richtung LEO-Dienste und die Integration in europäische Großprojekte voranschreiten, bleibt die kurzfristige Kursentwicklung somit maßgeblich von der Skepsis über die Investitionslasten und die Zeitpläne zur Margenverbesserung geprägt.

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