Eutelsat Aktie: 40 Prozent Minus in 30 Tagen
Eutelsat-Aktie bricht nach radikalem Konzernumbau ein. LEO-Wachstum kann Verluste im klassischen Videogeschäft nicht ausgleichen.

- Aktienkurs seit Mai fast halbiert
- Connectivity-Segment wächst rasant
- Videogeschäft bricht massiv ein
- Milliardeninvestitionen in Satellitenflotte
Eutelsat schließt heute die Bücher für das Geschäftsjahr 2025/26. Der Satellitenbetreiber steckt mitten in einem radikalen Umbau. Die Börse honoriert das nicht. Im Gegenteil. Die Aktie stürzte in den vergangenen Wochen dramatisch ab.
Aktuell notiert das Papier bei nur 2,30 Euro. Damit hat sich der Kurs seit dem Jahreshoch Ende Mai fast halbiert. Allein in den letzten 30 Tagen verlor der Titel rund 40 Prozent an Wert.
LEO wächst, Video schrumpft
Das Geschäftsmodell zeigt eine tiefe Spaltung. Der Bereich Connectivity wächst rasant. Hier kletterten die Erlöse zuletzt um gut 15 Prozent. Treiber sind vor allem LEO-basierte Lösungen. Diese legten sogar um 65 Prozent zu.
Das klassische Videogeschäft bricht parallel dazu ein. Die Einnahmen sanken hier um 13,3 Prozent. Sanktionen gegen russische Sender kosten den Konzern jährlich etwa 16 Millionen Euro. Dazu kommen gekündigte Satellitenverträge.
Milliarden für den Ausbau
Der Konzern hat seine Finanzierung kürzlich neu geordnet. Eutelsat platzierte Anleihen im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Damit ist die Umstrukturierung der Schulden abgeschlossen. Das Management peilt nun einen Verschuldungsgrad von 2,7 zum Geschäftsjahresende an.
Der Ausbau der Satelliten-Konstellation verschlingt enorme Summen. Bis 2029 plant das Unternehmen Investitionen von rund vier Milliarden Euro. Die Hälfte davon fließt in die zweite Generation der OneWeb-Satelliten. Analysten reagieren vorsichtig. Sie verweisen auf den harten Wettbewerb mit Starlink.
Militärauftrag stützt den Ausblick
Ein neuer Vertrag mit dem französischen Militär liefert bald verlässliche Einnahmen. Ab Mitte 2026 fließt Geld aus dem auf zehn Jahre angelegten CENTAURE-Projekt. Das füllt das Auftragsbuch. Aktuell beläuft sich der Bestand auf 3,4 Milliarden Euro.
In den kommenden Wochen legt Eutelsat die finalen Jahreszahlen vor. Dann muss der Vorstand belegen, dass das LEO-Wachstum die enormen Kosten deckt. Die hohe Volatilität zeigt die Nervosität am Markt. Fällt der Kurs weiter, rückt das 52-Wochen-Tief bei 1,59 Euro direkt in den Fokus.
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