Eutelsat Aktie: 550-Millionen-Euro-Deal mit EQT gescheitert
Eutelsat veröffentlicht Geschäftszahlen 2025/26. Investoren fokussieren LEO-Expansion, höhere Verschuldung nach geplatztem Infrastruktur-Deal und US-Satellitenprojekt.

- Jahresbericht 2025/26 wird veröffentlicht
- LEO-Umsatz wuchs um fast 60 Prozent
- Schuldenquote steigt nach geplatztem Deal
- Neues US-Satellitenprojekt mit 528 Einheiten
Eutelsat steht vor einer entscheidenden Woche. Der französische Satellitenbetreiber veröffentlicht seinen Jahresbericht für 2025-26 — die erste große Nachricht seit Monaten, nachdem sich die Aktie zuletzt heftig bewegt hat. Investoren warten vor allem auf eine Antwort: Hält das Wachstum im LEO-Geschäft, oder bremst die Schuldenlast den Konzern aus?
Der Bericht als Belastungsprobe
Seit dem 8. Juli befindet sich Eutelsat in der Stillhaltephase vor der Veröffentlichung. Beim Halbjahresbericht hatte das Management trotz eines schrumpfenden Video-Geschäfts an den Jahreszielen für Umsatz und bereinigte EBITDA-Marge festgehalten. Jetzt zeigt sich, ob diese Prognose Bestand hatte.
Besonders im Fokus steht das Segment für Konnektivität im niedrigen Erdorbit, kurz LEO. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz dieser Sparte um fast 60 Prozent — der mit Abstand stärkste Wachstumstreiber im Konzern. Der neue Bericht muss zeigen, ob sich dieses Tempo über das gesamte Geschäftsjahr gehalten hat.
Schuldenquote steigt nach geplatztem Deal
Die Bilanz dürfte diesmal besonders genau geprüft werden. Eutelsat hatte bereits eingeräumt, dass der Ausfall eines Sale-and-Leaseback-Deals mit EQT Infrastructure VI die Schuldenquote nach oben treibt. Der Verkauf der passiven Bodeninfrastruktur sollte netto rund 550 Millionen Euro einbringen. Er scheiterte an fehlenden regulatorischen Genehmigungen.
Die Folge: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA soll zum Jahresende bei etwa 2,7 liegen, statt der zuvor angepeilten 2,5. Auf die übrigen Finanzziele für das Geschäftsjahr hat der geplatzte Deal nach Unternehmensangaben keinen Einfluss.
Neue Satelliten-Pläne für die USA
Parallel zum operativen Geschäft treibt Eutelsat seine Ambitionen in den USA voran. Der Konzern hat ein neues LEO-Flottenprojekt namens „Eutelsat Next“ skizziert. Geplant sind 528 Satelliten im niedrigen Erdorbit, ergänzt um Ersatzsatelliten, Bodenkontrollzentren und Gateway-Erdstationen.
Unternehmensvertreter betonen, das Projekt befinde sich in einem frühen Stadium. Die Einreichung sei Teil der langfristigen Planung für die Weiterentwicklung der LEO-Konstellation, hieß es. Wie sich das Vorhaben zum bestehenden OneWeb-Ersatzprogramm verhält, bleibt eine offene Frage im anstehenden Bericht.
Was die Aktie gerade zeigt
Die Eutelsat-Aktie schloss am Freitag bei 2,06 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von knapp 18 Prozent zu Buche, während sich der Kurs seit Jahresbeginn noch um gut 20 Prozent im Plus befindet — ein deutlicher Kontrast, der die Nervosität der vergangenen Wochen widerspiegelt. Mit einem RSI von 36,3 nähert sich der Titel überverkauftem Terrain, die annualisierte Volatilität von knapp 50 Prozent unterstreicht die Unsicherheit vor dem Bericht.
Trader dürften sich in den kommenden Tagen auf vier Punkte konzentrieren:
- Umsatz- und EBITDA-Margen-Zahlen im Abgleich mit den bestätigten Jahreszielen
- Aktualisierte Schuldenquote nach dem gescheiterten EQT-Deal
- Wachstumsdynamik im LEO-Geschäft, nach dem starken Halbjahreswert
- Kommentare zu „Eutelsat Next“ und dessen Verhältnis zum OneWeb-Programm
Bei der aktuellen Kursschwäche und der hohen Schwankungsbreite dürfte der Bericht in dieser Woche eine deutliche Kursbewegung auslösen — in welche Richtung, hängt maßgeblich davon ab, ob das LEO-Wachstum die höhere Verschuldung ausgleichen kann.
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