Eutelsat Aktie: 69,5 Prozent LEO-Wachstum

Eutelsat steigert Umsatz und LEO-Erlöse deutlich, sichert IRIS²-Führungsrolle und plant milliardenschweren Ausbau der OneWeb-Konstellation.

Die Kernpunkte:
  • LEO-Umsatz wächst um 69,5 Prozent
  • IRIS²-Vertrag mit EU-Kommission unterzeichnet
  • Nettoverlust auf 457 Millionen reduziert
  • Bpifrance wird größter Aktionär

Der Satellitenbetreiber Eutelsat Group treibt seine strategische Transformation hin zu einer führenden Rolle in der erdnahen Umlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) konsequent voran.

Im Geschäftsjahr 2025-26, das am 30. Juni endete, verzeichnete das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 1.235,9 Millionen Euro. Dies entspricht einem bereinigten Plus von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds stieg die Aktie seit Jahresbeginn um 25 Prozent, wobei das Papier gestern bei einem Schlusskurs von 2,12 Euro notierte.

Starkes Wachstum im LEO-Segment und IRIS²-Beteiligung

Ein wesentlicher Pfeiler der künftigen Entwicklung ist das LEO-Geschäft, das zuletzt einen massiven Wachstumsschub erlebte. Die Erlöse in diesem Segment sprangen auf vergleichbarer Basis um 69,5 Prozent auf 297 Millionen Euro nach oben. Damit trägt der Bereich bereits ein Viertel zum gesamten Gruppenumsatz bei.

Die Bedeutung dieses Geschäftsfeldes wird durch die führende Rolle im europäischen Satellitenprogramm IRIS² unterstrichen. Am vergangenen Freitag unterzeichneten Eutelsat und das SpaceRISE-Konsortium die entsprechende Vereinbarung mit der Europäischen Kommission.

Eutelsat übernimmt dabei die Führung im LEO-Segment des Programms, das ein Gesamtvolumen von 14,6 Milliarden Euro umfasst. Zwischen 2027 und 2034 plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von 3.39 Milliarden Euro in diese Infrastruktur.

Um die Versorgungssicherheit bis zur vollständigen Inbetriebnahme von IRIS² zu gewährleisten, kündigte der Konzern am Montag zudem den Ausbau der bestehenden OneWeb-Konstellation an. Für rund eine Milliarde Euro sollen 229 zusätzliche Satelliten beschafft werden, um den Betrieb der ersten Generation bis 2034 sicherzustellen.

Finanzielle Stabilisierung und strategische Ankeraktionäre

Finanziell zeigt sich eine graduelle Erholung des Konzerns. Der Nettoverlust konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich auf 457,3 Millionen Euro reduziert werden, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von über einer Milliarde Euro zu Buche gestanden hatte.

Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 51,2 Prozent. Zugleich gelang es dem Management, die Nettoverschuldung auf 1.464,6 Millionen Euro zu senken, was das Verhältnis zum bereinigten EBITDA spürbar verbesserte.

Die strategische Neuausrichtung spiegelt sich auch in der Aktionärsstruktur wider. Der französische Staat ist über Bpifrance nach einer Kapitalerhöhung mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum größten Anteilseigner aufgestiegen.

Zu den weiteren Großaktionären gehören Bharti Space, die britische Regierung sowie CMA CGM Participations. Trotz der strategischen Fortschritte notiert die Aktie derzeit 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was den hohen Investitionsbedarf der kommenden Jahre widerspiegelt.

Ausblick und Analysteneinschätzungen

Die Analysten bewerten die langfristigen Pläne und die aktuelle Prognose differenziert. Die Experten von Oddo BHF bestätigten am vergangenen Freitag ihre neutrale Einstufung mit einem Kursziel von 1,70 Euro. Sie verwiesen dabei auf die vorsichtigen Ziele des Managements und die hohen Investitionsanforderungen bis zum Jahr 2030. Laut Reuters löste die als zurückhaltend empfundene Guidance für das kommende Geschäftsjahr 2026-27 am Markt zeitweise deutliche Kursabschläge aus.

Eutelsat rechnet für das laufende Jahr mit einem leichten Umsatzwachstum in den operativen Kernbereichen und einer stabilen EBITDA-Marge. Das Wachstum im LEO-Bereich soll sich mit einer Rate von mehr als 30 Prozent fortsetzen.

Medienberichten zufolge stärkt das Unternehmen zudem seine Position im Regierungsgeschäft. Die US-Tochtergesellschaft Eutelsat Network Solutions führt unter der Leitung von CEO Ian Canning weiterhin den Vertrieb der OneWeb-Kapazitäten an das US-Militär und verbündete Streitkräfte an.

Am Dienstag meldete der Konzern zudem den Abschluss der ersten Vereinbarung für eine gehostete Nutzlast auf der OneWeb-Konstellation. Die nächste ordentliche Hauptversammlung der Aktionäre ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt.

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