Eutelsat Aktie: Aufstrebende Stärke!

Eutelsat platziert eine neue Anleihe zur Schuldenrestrukturierung. Während das OneWeb-Geschäft stark wächst, steht das klassische Satellitengeschäft weiter unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Neue Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro
  • OneWeb-LEO-Erlöse steigen um fast 60 Prozent
  • Klassisches GEO- und Broadcastgeschäft verliert
  • Ratingagenturen verbessern Bonitätsbewertung

Eutelsat ordnet seine Finanzierung neu – und zieht damit einen wichtigen Strich unter die jüngste Schuldenrestrukturierung. Kernstück ist eine frisch platzierte Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro, die teurere Verbindlichkeiten ersetzen und die Laufzeiten strecken soll. Gleichzeitig verschiebt sich das operative Bild weiter: OneWeb/LEO wächst kräftig, das klassische GEO- und Videogeschäft bleibt unter Druck.

1,5 Milliarden Euro: Neue Anleihen, längere Laufzeiten

Das Unternehmen hat Senior Notes über insgesamt 1,5 Milliarden Euro gepreist. Die Emission teilt sich auf in 850 Millionen Euro mit Fälligkeit 2031 (Kupon 5,75 %) und 650 Millionen Euro mit Fälligkeit 2033 (Kupon 6,25 %). Beide Tranchen wurden zum Nennwert begeben und werden von Eutelsat S.A. sowie OneWeb Holdings Limited garantiert.

Der Abschluss der Platzierung wird voraussichtlich am 5. März 2026 erwartet. Mit den Erlösen – ergänzt um eine neue Kreditfazilität über 400 Millionen Euro – will Eutelsat bestehende Anleihen vollständig zurückzahlen, Bankfazilitäten tilgen und die Liquidität stärken. Ziel: höher verzinste Schulden ablösen, das Fälligkeitsprofil verlängern und die Kapitalstruktur vereinfachen.

Halbjahr: LEO zieht, EBITDA sinkt

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 blieb der Umsatz auf vergleichbarer Basis stabil bei 592 Millionen Euro, auch wenn der berichtete Umsatz rückläufig war. Ergebnis-seitig zeigte sich aber Gegenwind: Das bereinigte EBITDA sank um 8 % auf 308 Millionen Euro.

Der Treiber sitzt klar im LEO-Bereich. Die LEO-Erlöse stiegen um knapp 60 % und schoben damit insbesondere das Konnektivitätssegment an. Doch was bringt das, wenn gleichzeitig das etablierte Geschäft nachgibt? Genau hier liegt die aktuelle Spannung im Zahlenbild: LEO wächst schnell, während GEO und Broadcast die Gesamtentwicklung weiter bremsen.

Beim OneWeb-basierten Inflight-Connectivity-Geschäft meldete Eutelsat deutliche Fortschritte: fast 600 installierte Bordantennen zum 31. Dezember 2025. Der Auftragsbestand lag bei mehr als 1.500 Flugzeugen – sechs Monate zuvor waren es 100 Installationen und 1.000 Flugzeuge im Backlog.

Im klassischen GEO-Geschäft zeigte sich dagegen ein Rückgang: GEO-Konnektivitätserlöse -4,5 %. Die Broadcast-Erlöse fielen in den sechs Monaten bis Dezember auf 266,5 Millionen Euro, rund 45 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Europa-Faktor, Ausbaupläne und enger werdender Wettbewerb

Eutelsat verweist auf wachsende strategische Bedeutung in Europa und nannte in diesem Zusammenhang staatlich besicherte Exportkreditfinanzierungen von rund 975 Millionen Euro. Zuvor hatte das Unternehmen Ende 2025 1,5 Milliarden Euro vom französischen Staat und weiteren Kernaktionären eingesammelt. Im Anschluss folgten Rating-Schritte: Moody’s hob um zwei Stufen auf Baa3 an, Fitch um drei Stufen auf BB – jeweils mit stabilem Ausblick.

Parallel läuft der Ausbau der LEO-Kapazitäten: Anfang Februar sicherte sich Eutelsat eine staatlich besicherte Finanzierung von 1 Milliarde Euro für OneWeb. Zudem wurden bei Airbus bis zu 440 LEO-Satelliten bestellt, deren Auslieferung Ende 2026 starten soll. Für zukünftige Starts ab 2027 wurde MaiaSpace als Partner ausgewählt.

Auch IRIS² spielt in der Positionierung eine Rolle: Eutelsat beteiligte sich mit 2 Milliarden Euro am EU-Satellitenprogramm.

Im Marktumfeld wird der Druck allerdings größer. Amazon erwartet, bis Juli 2026 rund 700 Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen – damit könnte OneWeb als zweitgrößte aktive LEO-Konstellation abgelöst werden. Gleichzeitig räumt Eutelsat ein, dass neue LEO-Dienste das GEO-Geschäft zunehmend verdrängen.

Zum Ausblick: Für 2028/29 erwartet Eutelsat 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro Umsatz. Die Bruttoinvestitionen 2026 veranschlagt das Unternehmen nun bei rund 900 Millionen Euro (zuvor 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro). Der Nettoverschuldungsgrad soll zum Jahresende 2026 bei etwa 2,7x EBITDA liegen; die EBITDA-Marge peilt Eutelsat bis 2028/29 bei rund 65 % an.

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