Eutelsat Aktie: Bernstein dreht ab?

Airbus stellte 32 Satelliten für Eutelsat fertig; ein Zugtest und eine Portugal-Partnerschaft ergänzen die Fortschritte beim LEO-Ausbau.

Die Kernpunkte:
  • 32 neue OneWeb-Satelliten fertiggestellt
  • Zugtest bei bis zu 160 km/h erfolgreich
  • MEO-Kooperation für LEO-Dienste in Portugal
  • Bernstein senkt Kursziel auf 2,40 Euro

Die Modernisierung der OneWeb-Flotte erreicht ihren nächsten Meilenstein. Am gestrigen Freitag stellte Airbus Defence and Space am Standort Toulouse die ersten 32 neuen LEO-Satelliten für Eutelsat fertig. Die Einheiten für den erdnahen Orbit werden nun für den Transport vorbereitet, bevor der Start mit einer Trägerrakete von SpaceX erfolgt.

Die Auslieferung markiert den Auftakt eines langfristig angelegten Großprojekts. Insgesamt umfasst das geplante Programm von Eutelsat 669 neue OneWeb-Satelliten, mit denen der Konzern seine globale Konnektivitätsinfrastruktur gezielt erneuern und ausbauen will.

Kommerzielle Erprobung und neue Kooperationen

Parallel zu den Fortschritten im Bau der Satelliten treibt Eutelsat die praktische Anwendung der Technologie voran. Am 22. September schloss das Unternehmen einen ersten Verbindungstest an Bord eines Fernverkehrszugs des polnischen Betreibers PKP Intercity im regulären Schienennetz erfolgreich ab. Die Signalübertragung über das LEO-Netzwerk funktionierte dabei bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h.

Tags darauf folgte eine vertragliche Vereinbarung mit dem Telekommunikationsanbieter MEO. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Bereitstellung von Eutelsats LEO-Diensten in Portugal auszuweiten. Das Angebot richtet sich dort unter anderem an kritische Infrastrukturen sowie an Kommunen.

Skepsis am Markt und anstehende Geschäftszahlen

Trotz der operativen Meilensteine bleibt das Sentiment der Anleger zurückhaltend. Am Dienstag senkte das Analysehaus Bernstein das Kursziel für die Eutelsat-Aktie von 2,90 Euro auf 2,40 Euro.

Medienberichten zufolge sorgen sich Investoren vor allem um die anspruchsvolle Transformation des Geschäftsmodells: Eutelsat muss den Übergang vom schrumpfenden traditionellen Geschäft mit geostationären Satelliten hin zum kapitalintensiven Aufbau des LEO-Netzes bewältigen.

An der Börse spiegelte sich dieser Druck zuletzt deutlich wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 1,56 Euro, nachdem es am selben Tag mit 1,52 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert hatte. Neue Hinweise auf den finanziellen Verlauf des laufenden Geschäftsjahres erhalten die Aktionäre am 29. Oktober. Dann veröffentlicht Eutelsat die Umsatzerlöse für das erste Quartal 2026/27.

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