Eutelsat Aktie: Milliarden-Refinanzierung

Der Satellitenbetreiber Eutelsat emittiert Anleihen über 1,5 Milliarden Euro, um teure Altverbindlichkeiten abzulösen und die Zinslast zu senken. Die Finanzlage wurde zuvor durch eine Kapitalerhöhung gestärkt.

Die Kernpunkte:
  • Anleiheemission über 1,5 Milliarden Euro gestartet
  • Ablösung hochverzinslicher Altverbindlichkeiten geplant
  • LEO-Geschäft wächst stark, Video-Segment schwächelt
  • Nettoverschuldungsquote deutlich gesunken

Eutelsat startet eine umfassende Neuordnung der Kapitalstruktur. Der europäische Satellitenbetreiber hat heute die Emission von Senior Notes im Volumen von 1,5 Milliarden Euro angekündigt. Die Maßnahme soll teure Altverbindlichkeiten ablösen und folgt auf die staatlich gestützte Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.

Zwei Tranchen zur Ablösung alter Anleihen

Das Anleihepaket umfasst zwei Tranchen mit Fälligkeiten 2031 und 2033. Beide werden von Eutelsat S.A. und OneWeb Holdings Limited garantiert. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der Marktbedingungen.

Die Erlöse fließen gemeinsam mit 400 Millionen Euro aus einer im November 2025 unterzeichneten Kreditfazilität in die Ablösung bestehender Schulden: Die 600 Millionen Euro schwere 2,25-Prozent-Anleihe mit Fälligkeit 2027 wird vollständig zurückgezahlt, ebenso die hochverzinste 9,75-Prozent-Anleihe über 600 Millionen Euro mit Fälligkeit 2029. Zusätzlich kündigt Eutelsat das bestehende Darlehen aus dem Kreditvertrag von Juni 2021 und deckt anfallende Gebühren sowie eine Make-Whole-Prämie für die 2029er-Anleihe.

Die Ablösung der 9,75-Prozent-Anleihe dürfte die jährliche Zinsbelastung spürbar senken – ein zentraler Schritt zur Stabilisierung der Finanzlage.

Rating-Upgrades nach Kapitalspritze

Die Refinanzierung baut auf der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Kapitalerhöhung auf, die der französische Staat als größter Anteilseigner angeführt hatte. In der Folge stuften Moody’s und Fitch ihre Kreditratings für Eutelsat herauf. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA sank auf 2,0x – nach 3,92x im Vorjahreszeitraum.

Halbjahreszahlen zeigen gemischtes Bild

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025-26 (bis Ende Dezember 2025) erzielte Eutelsat Gesamterlöse von 592 Millionen Euro, ein Minus von 2,4 Prozent. Auf vergleichbarer Basis blieben die Erlöse stabil und übertrafen laut Reuters die Analystenerwartung von 581 Millionen Euro.

Der Wachstumstreiber bleibt das LEO-Geschäft (Low Earth Orbit) über die OneWeb-Konstellation: Die LEO-Erlöse legten um rund 60 Prozent auf 111 Millionen Euro zu und machen mittlerweile etwa 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Eutelsat sicherte sich Anfang Februar rund eine Milliarde Euro an staatlich garantierter Exportkreditfinanzierung für die Beschaffung von 340 neuen LEO-Satelliten bei Airbus Defence and Space.

Das traditionelle Video-Segment hingegen verzeichnete einen Rückgang von 12 Prozent auf 267 Millionen Euro, belastet unter anderem durch Sanktionen gegen russische Sender. Die bereinigte EBITDA-Marge sank auf 52,1 Prozent, ein Rückgang um 3,4 Prozentpunkte. Der Nettoverlust reduzierte sich von 873 Millionen Euro auf 237 Millionen Euro.

Kapitalstruktur auf neuer Grundlage

Mit der Anleiheemission setzt Eutelsat den letzten wesentlichen Baustein der Refinanzierung um. Die Kombination aus Kapitalerhöhung, Rating-Upgrades und Schuldenablösung zielt darauf ab, die Finanzierung langfristig auf solidere Füße zu stellen. Die erfolgreiche Platzierung zu günstigen Konditionen hängt von den aktuellen Marktbedingungen ab. Das Unternehmen bestätigte zuletzt seine Jahresziele für das Geschäftsjahr 2025-26.

Eutelsat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat-Analyse vom 23. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Eutelsat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eutelsat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Eutelsat