Eutelsat Aktie: Nettoverlust auf 457 Millionen gesunken

Eutelsat reduziert den Nettoverlust auf 457 Mio. Euro, treibt aber milliardenschwere LEO-Ausgaben voran. Die Aktie verliert nach Prognosevorlage.

Die Kernpunkte:
  • Nettoverlust auf 457 Mio. Euro reduziert
  • LEO-Umsatz wächst um 69,5 Prozent
  • IRIS²-Abkommen mit 348 Satelliten besiegelt
  • Investitionen von 4 Mrd. Euro bis 2029 geplant

Der Satellitenbetreiber Eutelsat befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation. Während das klassische Videogeschäft schwächelt, treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Kapazitäten im erdnahen Orbit (Low Earth Orbit, LEO) massiv voran. Die jüngsten Geschäftszahlen und neue Verträge verdeutlichen diesen Kurs, zeigen jedoch auch die damit verbundenen finanziellen Belastungen und den hohen Investitionsbedarf der kommenden Jahre.

Bilanzieller Fortschritt trotz Nettoverlust

In dem am 30. Juni 2026 abgelaufenen Geschäftsjahr 2025-26 konnte Eutelsat seinen Nettoverlust deutlich reduzieren. Dieser sank auf 457 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 1,1 Milliarden Euro zu Buche gestanden hatte.

Der Gesamtumsatz belief sich auf 1,2359 Milliarden Euro, was einem leichten Rückgang von 0,6 Prozent auf berichteter Basis entspricht. Auf vergleichbarer Basis verzeichnete das Unternehmen hingegen ein Plus von 3,0 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelte sich das LEO-Segment, dessen Erlöse um 69,5 Prozent auf 297 Millionen Euro kletterten. Damit steuert dieser Bereich bereits 25 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Das bereinigte EBITDA lag bei 632,4 Millionen Euro, was einer Marge von 51,2 Prozent entspricht.

Medienberichten zufolge hatten Analysten im Vorfeld mit einer höheren Marge von etwa 54 Prozent gerechnet, was den Kurs am Freitag belastete: Die Aktie gab an diesem Tag um 2,2 Prozent nach und ging bei 2,17 Euro aus dem Handel.

Weichenstellung durch IRIS² und OneWeb

Ein zentraler Baustein der künftigen Strategie ist das europäische Satellitenprogramm IRIS². Wie am vergangenen Dienstag bekannt wurde, hat die Europäische Kommission ein Umsetzungsabkommen mit einem Konsortium geschlossen, dem neben Eutelsat auch Hispasat und SES angehören.

Das Programm sieht den Aufbau einer souveränen europäischen Konnektivitäts-Infrastruktur mit insgesamt 348 Satelliten vor. Eutelsat übernimmt dabei die Führung für das LEO-Segment, das 330 Satelliten umfassen soll. Ein Teil dieser Satelliten ist speziell für Sicherheits- und Verteidigungszwecke reserviert.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Erweiterung des OneWeb-Netzwerks voran. Bis zum Jahr 2034 sollen 229 zusätzliche Satelliten das bestehende System ergänzen. Diese Maßnahme erfordert ein Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro.

Dass der Fokus immer stärker auf Konnektivitätsdiensten liegt, zeigt auch der Auftragsbestand: Zum 30. Juni 2026 entfielen bereits 61 Prozent des Backlogs von insgesamt 3,4 Milliarden Euro auf diesen Bereich.

Hoher Investitionsbedarf drückt auf die Prognose

Trotz der strategischen Erfolge bleibt die finanzielle Belastung hoch. Für das kommende Geschäftsjahr 2026-27 plant Eutelsat mit Brutto-Investitionen (CapEx) in Höhe von etwa 1,2 Milliarden Euro. Diese Summe resultiert unter anderem aus der Erneuerung der OneWeb-Konstellation. Für den Zeitraum bis 2029 sieht die mittelfristige Planung kumulierte Investitionen von rund 4 Milliarden Euro vor.

Auf der Passivseite der Bilanz gelang eine Entlastung: Die Nettoverschuldung sank deutlich auf 1,465 Milliarden Euro, was vor allem auf die Erlöse aus einer Kapitalerhöhung zurückzuführen ist. Zudem schloss das Unternehmen ein Refinanzierungspaket im Volumen von 5 Milliarden Euro ab.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management ein leichtes Umsatzwachstum, wobei die EBITDA-Marge stabil bei etwa 51 Prozent verharren dürfte. Obwohl der Titel seit Jahresanfang ein Plus von 27 Prozent verzeichnet, reagierten die Marktteilnehmer zuletzt skeptisch auf die hohen Ausgaben und die stagnierende Margenentwicklung.

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