Evonik Aktie: 2.800 Stellen bis 2026

Evonik hebt Jahresprognose an, doch Analysten warnen vor temporären Wettbewerbsvorteilen. Der Aktienkurs bleibt unter dem Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • Prognoseanhebung auf bis zu 2,2 Milliarden Euro
  • Wettbewerbsvorteil durch Asien-Engpässe
  • Kurs stabil über 200-Tage-Linie
  • Stellenabbau von 2.800 Jobs geplant

Evonik glänzt mit einer Prognoseanhebung, aber der Markt traut der Entwicklung nicht. Seit Jahresbeginn legte der Aktienkurs um rund 21 Prozent zu. Viele Experten warnen nun vor einem fahlen Beigeschmack. Die jüngsten Erfolge könnten auf wackeligen Beinen stehen.

Profit durch fremde Not

Der Chemiekonzern profitierte zuletzt massiv von Problemen der Konkurrenz. Lieferengpässe bei asiatischen Wettbewerbern verschafften den Essenern Marktanteile und Preisvorteile. Experten von Deutsche Bank Research stufen das Papier deshalb weiter mit „Hold“ ein. Sie setzen ein Kursziel von 17,00 Euro.

Dieses Sonder-Momentum dürfte bald nachlassen. Normalisieren sich die Lieferketten in Asien, schwindet der Vorteil für Evonik. Der Konzern hob zwar sein EBITDA-Ziel für 2026 auf bis zu 2,2 Milliarden Euro an. Die Nachhaltigkeit dieser Zahlen bleibt im Markt jedoch umstritten.

Charttechnik trifft auf harten Sparplan

Der Kurs notiert aktuell bei 16,09 Euro. Damit liegt das Papier stabil über dem 200-Tage-Schnitt von 14,90 Euro. Zum Jahreshoch von Mai fehlen jedoch fast zwölf Prozent.

Parallel dazu läuft der radikale Konzernumbau. Das Management plant, bis Ende 2026 etwa 2.800 Stellen zu streichen. Diese Maßnahme soll die Kostenbasis dauerhaft senken. Ein Teil des aktuellen Rückenwinds sei laut Unternehmensführung ohnehin nur vorübergehender Natur.

Entscheidung im August

Für das zweite Quartal rechnet Evonik mit einem operativen Ergebnis zwischen 600 und 650 Millionen Euro. Das wäre eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Die Führung dämpft dennoch die Erwartungen für die restlichen Monate des Jahres.

Im August veröffentlicht der Konzern die detaillierten Quartalszahlen. Dann müssen die Essener beweisen, dass die Sparmaßnahmen erste Früchte tragen. Anleger achten vor allem darauf, ob die Konkurrenz aus Übersee ihre Lieferfähigkeit bereits zurückgewonnen hat.

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