Evonik Aktie: 23 Prozent Plus seit Jahresbeginn

Evonik profitiert von Logistikproblemen asiatischer Rivalen. Die Aktie steigt über die 38-Tage-Linie, während der Sparkurs die Prognose stützt.

Die Kernpunkte:
  • Asiatische Konkurrenz durch Seeweg-Blockade geschwächt
  • Evonik sichert sich größere Marktanteile
  • Aktie überwindet wichtige technische Marke
  • Konzern peilt bis zu 2,2 Milliarden Euro EBITDA an

Krisen im Nahen Osten belasten meist die Kurse. Für Evonik wirkt der Konflikt dagegen wie ein Katalysator. Die Logistikprobleme der asiatischen Konkurrenz spielen dem Spezialchemiekonzern direkt in die Karten.

Die Spannungen an der Straße von Hormus blockieren wichtige Seewege. Asiatische Wettbewerber haben dadurch Schwierigkeiten bei ihrer Rohstoffversorgung. Ihr Abtransport der fertigen Waren nach Europa stockt ebenfalls massiv.

Logistik-Chaos hilft den Margen

Das Segment Advanced Technologies nutzt diese Schwäche konsequent aus. Evonik sichert sich in diesem Umfeld derzeit größere Marktanteile. Parallel dazu profitiert das Unternehmen von einem deutlich verbesserten Preisumfeld.

Die jüngsten Berichte über militärische Aktivitäten im Iran verstärken diesen Trend. Marktbeobachter erwarten nun, dass die vorteilhafte Situation für Evonik länger anhält. Ursprünglich war das Management von einer schnelleren Normalisierung der Lieferketten ausgegangen.

Technisches Signal stützt den Trend

Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem technischen Signal auf die Nachrichtenlage. Das Papier stieg über die Marke von 16,37 Euro. Damit kreuzte der Kurs die wichtige 38-Tage-Linie nach oben.

Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie bereits ein Plus von 23,12 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt stabil bei 16,40 Euro. Bis zum 52-Wochen-Hoch vom Mai bleibt ein Abstand von rund zehn Prozent.

Sparkurs trifft auf höhere Prognose

Intern drückt der Konzern beim Umbau ebenfalls aufs Tempo. Das Programm „Evonik Tailor Made“ soll die Kostenbasis dauerhaft senken. Analysten fokussieren sich dabei besonders auf die Liquidität und die Cash-Erzeugung des Unternehmens.

Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand ein bereinigtes EBITDA von bis zu 2,2 Milliarden Euro an. Die Investmentbank UBS bleibt mit einem Kursziel von 16 Euro jedoch zurückhaltend. Andere Experten verweisen dagegen auf das Potenzial durch die angehobene Prognose.

Neue Fakten liefert der Bericht zum zweiten Quartal im August. Anleger erhalten dann detaillierte Einblicke in den freien Barmittelfluss. Er zeigt, wie nachhaltig die Sondereffekte aus dem asiatischen Raum wirklich sind.

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