Evonik Aktie: 2,5-Gigawatt-Fabrik in Marl startet

Evonik produziert ab sofort eine innovative Membran für grünen Wasserstoff, die auf teure Edelmetalle verzichtet und die Kosten senken soll.

Die Kernpunkte:
  • Kommerzielle Fertigung in Marl gestartet
  • Verzicht auf Platin und Iridium
  • Kostensenkung um 25 Prozent angestrebt
  • Fokus auf asiatischen Markt

Grüner Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger für eine klimaneutrale Industrie — doch die Produktion ist teuer. Evonik will das ändern. Der Spezialchemiekonzern hat am 12. Juni 2026 in Marl die kommerzielle Fertigung einer neuartigen Membran gestartet.

Das Besondere an der Technologie: Sie verzichtet auf teure Edelmetalle wie Platin oder Iridium, die in herkömmlichen Elektrolyseuren nötig sind. Zudem erzeugt die Membran Wasserstoff direkt unter Druck. Das spart energieintensive Kompressionsschritte und steigert den Wirkungsgrad.

Das Ziel: Die Investitionskosten für Elektrolyseure um rund 25 Prozent senken.

2,5 Gigawatt Kapazität

Die Pilotanlage in Marl ist für eine jährliche Produktion ausgelegt, die Elektrolyseleistungen von bis zu 2,5 Gigawatt abdeckt. Zum Vergleich: Das reicht rechnerisch für ein Viertel des deutschen Wasserstoff-Ziels bis 2030.

Die finanzielle Seite sieht derzeit durchwachsen aus. Die Evonik-Aktie notierte am Freitag bei 15,82 Euro – das sind 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 18,84 Euro. In den letzten 30 Tagen verlor das Papier 11,4 Prozent. Seit Jahresanfang liegt das Plus aber bei knapp 19 Prozent.

Asien als Zielmarkt

Evonik denkt global. In Shanghai betreibt das Unternehmen bereits ein Technikzentrum, um die Membranen für internationale Großprojekte anzupassen. Asien steht dabei im Fokus.

Mit der neuen Technologie positioniert sich Evonik als spezialisierter Zulieferer für die Wasserstoff-Wirtschaft. Der Konzern will die Abhängigkeit von der klassischen Chemie verringern und in nachhaltige Wachstumsfelder diversifizieren.

Jetzt kommt es auf die ersten Lieferverträge an. Erste Vereinbarungen mit internationalen Anlagenbauern könnten schon in den kommenden Monaten Klarheit schaffen, ob Evonik in diesem Zukunftsmarkt tatsächlich Fuß fasst.

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