Evonik Aktie: 3.200 Stellen bis 2029 weg
Evonik beendet defizitäres Polyester-Geschäft und streicht tausende Stellen. Die Aktie fällt in eine technisch überverkaufte Zone.

- Aus für defizitäres Polyester-Geschäft
- 3200 Stellenstreichungen bis 2029
- Forschung wird neu ausgerichtet
- Aktie fällt unter Jahreshoch
Der Spezialchemiekonzern Evonik zieht die Reißleine. Das unprofitable globale Polyester-Geschäft steht vor dem Aus. Parallel dazu streicht das Management Tausende weitere Stellen. Die Börse reagiert nervös auf den verschärften Konzernumbau.
Mit 15,24 Euro notiert das Papier deutlich unter dem jüngsten Jahreshoch von 18,48 Euro. Ein RSI-Wert von 32,8 signalisiert mittlerweile eine technisch überverkaufte Zone. Der gesamte europäische Chemiesektor verliert derweil an Schwung. Die Sonderkonjunktur aus dem Frühjahr ist verpufft.
Aus für Polyester und harter Stellenabbau
Vorstandschef Christian Kullmann reagiert auf das schwache Wirtschaftswachstum. In einer neuen Sparrunde fallen bis Ende 2029 weitere 3.200 Arbeitsplätze weg. Davon entfällt der Großteil auf Deutschland. Der Konzern will effizienter werden und setzt stärker auf Digitalisierung.
Ein prominentes Opfer der Kürzungen ist das globale Polyester-Geschäft. Evonik beendet diese Aktivitäten im kommenden Jahr. Betroffen sind die deutschen Standorte Witten und Marl sowie ein Werk in Shanghai. Die Sparte lieferte zuletzt rund 150 Millionen Euro Umsatz. Sie schrieb aber dauerhaft rote Zahlen. Die Folge: ein harter Schnitt.
Neue Struktur für die Forschung
Parallel zum Personalabbau baut Evonik seine Entwicklung um. Künftig arbeiten zwei Drittel der Forscher direkt in den Geschäftsbereichen. Das Ziel ist eine schnellere Markteinführung neuer Produkte. Die neu geschaffene Innovation Factory bündelt dafür strategisch wichtige Programme.
Der Fokus liegt auf biobasierten Lösungen, der Energiewende und der Kreislaufwirtschaft. Diese drei Kerne sollen bis 2032 rund 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichem Umsatz bringen. Das Forschungsbudget bleibt derweil stabil bei etwa drei Prozent des Konzernumsatzes.
Portfoliobereinigung geht weiter
Evonik treibt den Verkauf des Geschäfts mit Standardchemikalien weiter voran. Die geplante Trennung betrifft unter anderem den C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze. Der Umbau hinterlässt bereits sichtbare Spuren in der Belegschaft. Ende Juni stellt sich das Management in Investor-Update-Calls den Fragen der Analysten.
Dort muss der Vorstand detailliert darlegen, wie schnell die Einsparungen das operative Ergebnis stützen. Bis sich die globale Nachfrage nachhaltig stabilisiert, dürfte das Marktumfeld für Evonik anspruchsvoll bleiben.
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