Evonik Aktie: Abschluss mit BASF frühestens 2028
Evonik lehnt Transaktionsverhandlungen ab; BASF bleibt gesprächsbereit, während Preis, Strategie und mögliche Synergien ungeklärt sind.

- Evonik verweigert Übernahmeverhandlungen
- BASF hält Gesprächskanal offen
- Berichtetes Angebot: 24 Euro je Aktie
- Quartalszahlen folgen am 3. November 2026
BASF wirbt heute mit strategischen Argumenten für einen Zusammenschluss mit Evonik. Eine gemeinsame Linie zeichnet sich allerdings nicht ab: Evonik hält an seiner Eigenständigkeit fest und lehnt Übernahmeverhandlungen ab. Für Anleger geht es damit nicht allein um den Preis. Entscheidend ist auch, ob beide Unternehmen überhaupt eine gemeinsame industrielle Perspektive entwickeln können.
Unterschiedliche Vorstellungen über den Zusammenschluss
Wie Chemical Week berichtet, bleibt BASF gesprächsbereit. Zugleich betonte BASF-CEO Markus Kamieth, einen Zusammenschluss nicht „um jeden Preis“ verfolgen zu wollen.
Dem steht Evoniks Entscheidung vom Freitag gegenüber. Nach Prüfung eines BASF-Schreibens will das Unternehmen keine Übernahmeverhandlungen aufnehmen und stattdessen seine eigene Strategie umsetzen. Ein vertraulicher Austausch rein informativen Charakters bleibt möglich. Diese Unterscheidung ist wesentlich: Gesprächsbereitschaft bedeutet hier keine Bereitschaft zu Verhandlungen über eine Transaktion.
Nach einem Bericht der Börsen-Zeitung stellt Evonik die Offerte aus strategischen Gründen infrage. BASF habe den eigenen Aktionären bislang keine entsprechende Erläuterung gegeben. Der Konflikt betrifft somit nicht nur finanzielle Konditionen, sondern auch die Begründung des Vorhabens.
Angebotspreis ist noch kein Transaktionswert
Medienberichten zufolge erhöhte BASF ihr Angebot vor rund zwei Wochen auf 24 Euro je Evonik-Aktie. Mit 20,96 € notiert das Papier unter diesem berichteten Angebotspreis. Offizielle Angebotsdetails haben die Unternehmen jedoch nicht veröffentlicht; die genannte Summe ist deshalb nicht mit einem gesicherten Verkaufserlös für Aktionäre gleichzusetzen.
Ein höherer Preis würde die übrigen Hürden zudem nicht automatisch beseitigen. Evoniks Absage gilt der Aufnahme von Übernahmeverhandlungen selbst. Der weiterhin mögliche Informationsaustausch lässt zwar einen Kommunikationskanal offen, ändert aber nichts an dieser Position.
Hinzu kommen zeitliche und operative Bedingungen. Kamieth erklärte am Mittwoch, ein Abschluss wäre wegen notwendiger Genehmigungen frühestens 2028 möglich. Die erwarteten Synergien setzen außerdem Evoniks geplanten Verkauf des C4-Geschäfts voraus.
Für Evonik-Anleger bleiben deshalb zwei Ebenen getrennt zu bewerten: die eigenständige Unternehmensstrategie und die weiterhin ungesicherte Übernahmeperspektive. Einen nächsten konkreten Termin bilden die angekündigten Quartalszahlen am 3. November 2026. Sie rücken das operative Geschäft in den Blick, während eine Annäherung bei der strategischen Grundsatzfrage bislang nicht bestätigt ist.
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