Evonik Aktie: Advanced Technologies steigert EBITDA um 25 Prozent

Evonik verzeichnet im zweiten Quartal ein deutliches Ergebnisplus und bestätigt die erhöhte Jahresprognose. Der Konzern treibt zugleich seinen Sparkurs mit tausenden Stellenstreichungen voran.

Die Kernpunkte:
  • EBITDA-Wachstum von 24 Prozent
  • Umsatz steigt auf 3,9 Milliarden Euro
  • Jahresprognose bleibt unverändert
  • Stellenabbau von 3.200 Jobs geplant

Am Dienstag legte der Spezialchemiekonzern Evonik seine finalen Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Das Unternehmen verzeichnete einen deutlichen Anstieg beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das auf 630 Millionen Euro kletterte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 509 Millionen Euro erzielt wurden, entspricht dies einem Zuwachs von 24 Prozent.

Diese positive Entwicklung stützte sich auf eine spürbare Belebung der Nachfrage. Der Umsatz stieg im Berichtsquartal um 11 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge legten dabei sowohl die Verkaufsmengen als auch die Preise um jeweils 7 Prozent zu.

Sonderfaktoren stützen die Chemie-Sparte

Die Profitabilität verbesserte sich ebenfalls signifikant. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verdoppelte sich im zweiten Quartal auf 0,65 Euro. Beim Free Cash Flow gelang dem Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone: Nach einem Abfluss von 211 Millionen Euro im Vorjahresquartal wurde nun ein positiver Wert von 49 Millionen Euro gemeldet.

Besonders das Segment Advanced Technologies trug zum Wachstum bei und steigerte das bereinigte EBITDA um 25 Prozent auf 333 Millionen Euro. Die Marge in diesem Bereich verbesserte sich auf 20,2 Prozent. Evonik profitierte hierbei zeitweise von Lieferengpässen asiatischer Wettbewerber aufgrund der Sperrung der Straße von Hormus, rechnet jedoch mit einer Abschwächung dieses Effekts im weiteren Jahresverlauf.

Angesichts der stabilen operativen Lage bestätigte das Management die Ende Juni angehobene Jahresprognose. Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro in Aussicht.

Transformationskurs sorgt für Stellenstreichungen

Trotz der aktuellen Erholung hält der Konzern an seinem strikten Sparkurs und dem Programm „Evonik Tailor Made“ fest. In einer zweiten Phase des Umbaus sollen zwischen 2027 und 2029 weltweit 3.200 Stellen wegfallen, wobei der Schwerpunkt mit 2.150 Stellen auf den deutschen Standorten liegt. Zudem wird das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro eingestellt.

Einzelne Standorte sind von den Sparmaßnahmen massiv betroffen. So wird das Werk in Witten mit seinen 266 Beschäftigten im Jahr 2027 vollständig geschlossen. Ziel der ersten Phase des Umbaus bleibt es, bis Ende des laufenden Jahres Bruttoeinsparungen von 400 Millionen Euro zu erreichen.

Kursentwicklung und Ausblick

An der Börse wird die Entwicklung des Spezialchemie-Spezialisten positiv honoriert. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 34,96 Prozent zulegen. Mit einem Schlusskurs von 18,03 Euro am Freitag notiert das Papier nur noch 1,10 Prozent unter seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch.

Die langfristige Strategie wird weiterhin von CEO Christian Kullmann verantwortet, dessen Vertrag der Aufsichtsrat im April bis zum Jahr 2030 verlängert hat. Flankiert wird der Transformationsprozess durch Michael Rauch, der seit dem Frühjahr die Position des Finanzvorstands innehat.

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