Evonik Aktie: Ashland als Plan B?

Evonik erwägt eigenständige US-Zukäufe; BASF erhöhte sein Barangebot, doch eine Zustimmung oder Transaktion ist nicht bestätigt.

Die Kernpunkte:
  • Ashland als mögliches Übernahmeziel genannt
  • US-Prüfung begann vor BASF-Vorstoß
  • BASF bietet nun 24 Euro je Aktie
  • Evonik-Quartalsmitteilung folgt am 3. November

Evonik prüft größere Zukäufe in den USA und verfolgt damit eigene Expansionspläne neben dem Übernahmevorstoß von BASF. Darüber berichtete das Handelsblatt am Donnerstag. Am Freitag trieb dagegen die Meldung über ein erhöhtes BASF-Angebot die Evonik-Aktie um 3,4% nach oben. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche strategische Perspektiven nebeneinander.

US-Pläne sind keine Abwehrmaßnahme

Laut Handelsblatt beschäftigt sich Evonik bereits seit längerer Zeit mit größeren Übernahmen in den USA. Als mögliches Ziel nannte die Zeitung den Spezialchemiekonzern Ashland. Die Prüfung begann dem Bericht zufolge vor dem BASF-Vorstoß und sei keine Abwehrmaßnahme dagegen.

Diese zeitliche Einordnung ist entscheidend: Die möglichen Zukäufe stehen für einen eigenständigen strategischen Weg. Sie sollten deshalb nicht automatisch als Reaktion auf das Interesse von BASF verstanden werden. Zugleich beschreibt der Bericht eine Prüfung möglicher Transaktionen, keinen vereinbarten Erwerb von Ashland.

Für die Bewertung der Nachrichtenlage müssen Anleger daher zwei Ebenen auseinanderhalten: Evoniks eigene Überlegungen zu größeren Zukäufen und die Bedingungen einer möglichen Übernahme durch BASF. Beide betreffen die Zukunft des Unternehmens. Einen Abschluss bestätigt keiner der Berichte.

Höhere Offerte setzt den finanziellen Rahmen

Nach Informationen von Reuters und Handelsblatt erhöhte BASF am Freitag das Barangebot auf 24 Euro je Aktie. Das entspreche insgesamt rund 11,2 Milliarden Euro. Evonik hatte den ersten Vorstoß laut Reuters zuvor wegen der Angebotshöhe abgelehnt.

Damit greift die gemeldete Erhöhung einen wesentlichen Einwand gegen den ersten Vorstoß auf. Eine Zustimmung Evoniks folgt daraus allerdings nicht. Sprecher des Unternehmens kommentierten die Informationen nicht. Der Abschluss einer Transaktion ist nicht bestätigt.

Neben dem Preis spielen die Zusagen für Beschäftigte und Standorte eine Rolle. Reuters zufolge enthält die Offerte entsprechende Garantien. BASF-Chef Markus Kamieth sagte laut Reuters am Donnerstag, betriebsbedingte Kündigungen blieben bis 2032 ausgeschlossen.

Quartalsmitteilung als nächster Termin

Der nächste bestätigte Veröffentlichungstermin von Evonik ist der 3. November. Dann steht die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026 an.

Für Anleger bleibt die Unterscheidung zwischen Übernahmefantasie und bestätigten Unternehmensschritten zentral. Der Kursanstieg vom Freitag knüpfte an die höhere BASF-Offerte an. Die US-Zukaufpläne zeigen daneben eine eigene strategische Perspektive, ohne bereits eine konkrete Transaktion festzuschreiben.

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