Evonik Aktie: Auszeichnung für Self Driving Labs

Evonik stellt erste Labormengen seiner neuen Polymerplattform bereit und erhält eine Auszeichnung für automatisierte Forschung.

Die Kernpunkte:
  • Biologisch abbaubare Plattform für EUDRAGIT
  • Erste Labormengen für Partner verfügbar
  • Auszeichnung für automatisierte Laborforschung
  • Quartalsbericht für den 3. November geplant

Der Spezialchemiekonzern Evonik setzt ungeachtet der anhaltenden Übernahmespekulationen operative Schwerpunkte in seinem Pharmageschäft. Das Essener Unternehmen entwickelt eine neue, biologisch abbaubare Polymerplattform für die funktionale Hilfsstoffmarke EUDRAGIT, die bei der oralen Verabreichung von Medikamenten zum Einsatz kommt. Ausgewählten Partnern stehen für gemeinsame Entwicklungsprojekte bereits erste Labormengen zur Verfügung.

Flankiert wird die Neuentwicklung durch Fortschritte bei der Automatisierung der Forschung. Am Mittwoch wurde Evonik bei den CPHI Pharma Awards 2026 für die Entwicklung automatisierter Laborprozesse, sogenannter Self Driving Labs, in der Kategorie für digitale Transformation ausgezeichnet. Der Konzern forciert damit gezielt höhermargige Spezialchemiebereiche mit pharmazeutischer Ausrichtung.

Hohes Kursniveau nach BASF-Vorstoß

Im Handel stützen vor allem die strategischen Optionen rund um eine mögliche Konsolidierung die Notierung. Am Donnerstag ging die Evonik-Aktie mit einem Plus von 1,0 Prozent bei 21,06 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier nur 0,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Auslöser des jüngsten Kurssprungs waren vor gut einer Woche bekannt gewordene Sondierungen durch den Ludwigshafener Wettbewerber BASF. Medienberichten zufolge hatte Evonik einen ersten Fusionsvorschlag mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro als unzureichend zurückgewiesen. BASF-Vorstandschef Markus Kamieth begründete das Interesse am Mittwoch öffentlich mit der industriellen Logik eines Zusammenschlusses im Spezialchemiesektor.

Auch am Kapitalmarkt führten die Vorgänge zu Neubewertungen. Die Privatbank Berenberg stufte Evonik am Montag von „Sell“ auf „Hold“ herauf und hob das Kursziel auf 20 Euro an. Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt mit der Stützung des Aktienkurses durch das Übernahmeinteresse. Das Analysehaus Parmantier & Cie. votierte am Dienstag ebenfalls mit „Hold“ und bezifferte das Kursziel auf 20,50 Euro.

Quartalszahlen stehen im November an

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den kommenden Pflichttermin des Konzerns. Evonik plant die Veröffentlichung seiner Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 3. November. Der Zwischenbericht dürfte zeigen, wie sich die operative Ertragskraft der Kernsparten im laufenden Geschäftsjahr entwickelt hat.

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