Evonik Aktie: BASF-Offerte über Bucheinsicht hinaus
Evonik verweist auf verbesserte Kreditratings, während BASF-Offerte, Oxeno-Verkauf und Recyclingprojekt den Konzern beschäftigen.

- Evonik widerspricht Vorwürfen zur Finanzierung
- Kreditratings haben sich zuletzt verbessert
- Oxeno-Verfahren erreicht zweite Bieterrunde
- Recyclingpartnerschaft in Japan gestartet
Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik sieht sich Vorwürfen bezüglich seiner finanziellen Stabilität ausgesetzt. Hintergrund ist eine Äußerung von Michael Vassiliadis, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft IG BCE.
Vassiliadis erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“, der Konzern sei mit problematischen Finanzierungsthemen ausgestattet. Evonik wies diese Darstellung gestern entschieden zurück und hielt der Kritik laut einem Bericht des Handelsblatts entgegen, dass sich die Kreditratings des Unternehmens zuletzt verbessert hätten.
Politische Debatte und Abwehrhaltung
Der verbale Schlagabtausch fällt in eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit rund um den Konzern. Im Landtag von Nordrhein-Westfalen stand Evonik Mitte der Woche ebenfalls im Mittelpunkt einer parlamentarischen Debatte, die von der SPD-Fraktion beantragt worden war.
Gegenstand der Beratungen war ein Übernahmeangebot des Ludwigshafener Wettbewerbers BASF. Die nordrhein-westfälische Landesregierung sprach sich laut Handelsblatt gegen einen solchen Zusammenschluss aus.
Zuvor hatte Evonik eine erste Offerte von BASF über 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig zurückgewiesen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX zeigte sich BASF zwar prinzipiell gesprächsbereit über ein höheres Gebot, knüpfte dies jedoch an einen vorherigen Einblick in die Bücher von Evonik.
Aus Essen hieß es dazu, dass gegenwärtig keine Gespräche stattfänden. Medienberichten zufolge signalisierte BASF unter Verweis auf Insiderkreise allerdings die Bereitschaft, bestehende Standort- und Beschäftigungsgarantien bei einem Erwerb fortzuführen. Evoniks Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen besitzt regulär bis zum Jahr 2032 Gültigkeit.
Portfolioumbau und operative Initiativen
Parallel zu den Eigentümerdiskussionen treibt das Management operative Projekte und Desinvestitionen voran. Medienberichten zufolge befindet sich das Bieterverfahren für die C4-Verbundsparte Oxeno in der zweiten Runde. Sowohl strategische Interessenten als auch Finanzinvestoren prüfen demnach das Geschäft; finale Angebote werden für November erwartet.
Auf operativer Ebene meldete der Spezialchemiehersteller am Dienstag zudem eine neue internationale Kooperation. Gemeinsam mit Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical Industries startete Evonik eine Partnerschaft in Japan. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines Modells für das Recycling von Polyurethanschaum.
An der Börse ging die Aktie am Freitag bei einem Schlusskurs von 21,32 Euro aus dem Handel. Das Papier notiert damit nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 60 Prozent.
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