Evonik Aktie: BASF versteht die Absage nicht
BASF hält 24 Euro je Aktie für attraktiv, während Evonik nur einem vertraulichen Informationsaustausch zustimmt.

- BASF bietet 24 Euro je Evonik-Aktie
- Angebot entspricht rund 39 Prozent Aufschlag
- Evonik lehnt Verhandlungen bislang ab
- Quartalsmitteilung für den 3. November angekündigt
BASF hat gestern mit Unverständnis auf Evoniks Absage an Übernahmeverhandlungen reagiert. Der Interessent hält seine Offerte für attraktiv, während Evoniks Vorstand lediglich einem vertraulichen Informationsaustausch zustimmen will. Damit besteht ein grundlegender Gegensatz: BASF wirbt für den angebotenen Preis, Evonik lässt sich bislang nicht auf Verhandlungen darüber ein.
Unterschiedliche Maßstäbe für den Angebotspreis
BASF bezeichnete das Angebot von 24,00 Euro je Evonik-Aktie als attraktiv. Nach Unternehmensangaben entspricht der Preis einem Aufschlag von rund 39 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs. Aus Sicht von BASF ist deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb Evonik Verhandlungen ablehnt.
Die Argumentation des Interessenten stellt damit die Prämie gegenüber dem früheren Börsenkurs in den Mittelpunkt. Eine solche Prämie beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage, welchen Wert der Vorstand dem Unternehmen beimisst. Genau an diesem Punkt gehen die Positionen auseinander.
Reuters hatte gestern vor der offiziellen Stellungnahme unter Berufung auf die Financial Times berichtet, Evonik halte den angebotenen Preis für zu niedrig. Die anschließende Unternehmensmitteilung bestätigte die Ablehnung von Verhandlungen. Den vertraulichen Austausch bezeichnete der Vorstand ausdrücklich als rein informativ.
Informationsaustausch ist noch keine Annäherung
Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich. Die Bereitschaft zum Austausch bedeutet keine Zustimmung zu Verhandlungen über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Sie sollte deshalb nicht als Einigung auf einen gemeinsamen Verhandlungsprozess verstanden werden.
Laut Evonik hatte BASF mit Schreiben vom 22. Oktober ihr Interesse bekundet. Am Mittwoch bekräftigte BASF-Chef Markus Kamieth Medienberichten zufolge das Interesse an Evonik. Zugleich erklärte er, BASF werde keinen überhöhten Preis zahlen.
Damit stehen sich zwei begrenzende Positionen gegenüber: Evonik verweigert den Einstieg in Verhandlungen, BASF betont seine Preisdisziplin. Der angebotene Betrag ist folglich ein konkreter Bezugspunkt, aber kein von beiden Seiten akzeptierter Unternehmenswert.
Quartalsbericht ergänzt die Bewertungsdebatte
Am 3. November 2026 veröffentlicht Evonik die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026. Dieser Termin bringt neben der Übernahmedebatte die operative Entwicklung des Unternehmens wieder stärker in den Blick.
Für die Bewertung der Aktie sind damit zwei Ebenen auseinanderzuhalten: die wirtschaftliche Entwicklung Evoniks und die Bereitschaft der Beteiligten zu einer Übernahmevereinbarung. Die angekündigte Berichterstattung liefert den nächsten Termin für die erste Ebene. Auf der zweiten bleibt die gestern bestätigte Position maßgeblich: Informationsaustausch ja, Verhandlungen über das Angebot nein.
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