Evonik Aktie: Bis zu 3.000 Arbeitsplätze gefährdet
SPD-Anfragen thematisieren Beschäftigungsrisiken; die RAG-Stiftung könnte ihre Beteiligung vollständig veräußern.

- Jochen Ott stellte vier Landtagsanfragen
- Bis zu 3.000 Stellen könnten wegfallen
- RAG-Stiftung darf gesamten Anteil verkaufen
- Evonik-Aktie erreichte ein 52-Wochen-Hoch
Gestern formierte sich in Nordrhein-Westfalen deutlicher politischer Widerstand gegen die Übernahmepläne von BASF für den Essener Spezialchemiekonzern. SPD-Fraktionschef Jochen Ott reichte im Düsseldorfer Landtag vier parlamentarische Anfragen ein. Er warnte vor gravierenden Einschnitten für die mehr als 11.000 Beschäftigten des Unternehmens im Bundesland und forderte die Landesregierung auf, gegen die Transaktion vorzugehen.
Sorgen um Standorte im Ruhrgebiet
Im Mittelpunkt der Kritik stehen mögliche Standortschließungen und Stellenstreichungen. Nach Einschätzung aus Beraterkreisen könnten bei einem Zusammenschluss bis zu 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland entfallen. Besonders die Standorte Marl und Essen gelten demnach als gefährdet.
Dieser Einschnitt käme zu dem bereits von Evonik verfolgten Abbauprogramm hinzu, das weltweit die Streichung von rund 3.200 Stellen vorsieht. Zudem stehen geschätzte jährliche Synergien von rund 300 Millionen Euro im Raum.
Evonik hatte das erste formelle Übernahmeangebot von BASF in Höhe von 22,15 Euro je Aktie abgelehnt und die Offerte als zu niedrig bewertet. Der Ludwigshafener Konzern unter Führung von Markus Kamieth hält ungeachtet der Zurückweisung an seinen Absichten fest. Am Markt wird bereits über ein mögliches Nachbessern auf 24 Euro je Anteilsschein spekuliert, was das Management bislang allerdings nicht bestätigt hat.
RAG-Stiftung öffnet Tür für Komplettausstieg
Eine entscheidende Rolle im Ringen um den Konzern kommt der RAG-Stiftung zu. Wie die Stiftung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, wäre laut Satzung sogar ein vollständiger Verkauf der Beteiligung von derzeit rund 43 Prozent rechtlich möglich.
Dafür sei lediglich die Zustimmung des Kuratoriums erforderlich, nicht aber eine Satzungsänderung. Bislang hatte die Stiftung signalisiert, dauerhaft eine Sperrminorität von 25,1 Prozent halten zu wollen.
Aktie notiert nahe dem Jahreshoch
An der Börse sorgte das Ringen um die künftige Eigentümerstruktur für anhaltenden Rückenwind. Am gestrigen Mittwoch kletterte das Papier um 2,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 20,28 Euro. Damit bewegte sich der Titel nur knapp unter seinem ebenfalls gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 20,42 Euro.
Bei den Analysten gehen die Meinungen über die weiteren Aussichten unterdessen weit auseinander. Während die DZ BANK den Wert mit einer Kaufempfehlung einstuft, blickt JP Morgan deutlich vorsichtiger auf den Konzern und beziffert das Kursziel auf lediglich 14 Euro je Aktie.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 1. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




