Evonik Aktie: BNP kapituliert
Die französische Großbank BNP Paribas stuft Evonik auf Neutral herab. Analysten sehen Margendruck durch chinesische Überproduktion im Kerngeschäft mit Methionin.

- BNP Paribas senkt Rating und kürzt Kursziel
- Chinesische Überkapazitäten drücken Methionin-Preise
- Hedgefonds Balyasny reduziert Leerverkaufsposition leicht
- Aktie notiert deutlich unter Allzeithoch
Der Spezialchemie-Konzern aus Essen verliert einen wichtigen Fürsprecher: Die französische Großbank BNP Paribas hat am 21. Januar ihr Rating von „Outperform” auf „Neutral” gesenkt und das Kursziel gekappt. Die Abstufung trifft die Aktie in einer ohnehin fragilen Phase – der Kurs hatte gerade versucht, sich vom 52-Wochen-Tief bei 12,45 Euro zu lösen.
Besonders brisant: Die BNP-Analysten stehen nicht allein mit ihrer Skepsis. Auch JPMorgan und Barclays verweisen auf strukturelle Probleme, allen voran das massive Überangebot aus China im wichtigen Methionin-Geschäft.
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Die Fakten im Überblick:
- BNP Paribas stuft auf „Neutral” herab (21.01.26)
- JPMorgan und Barclays bleiben bei zurückhaltenden Ratings
- Chinesische Überkapazitäten drücken auf Margen
- Hedgefonds Balyasny reduziert Leerverkaufsposition leicht auf 0,88%
Das China-Problem wiegt schwer
Die Analysten von JPMorgan benennen das Kernproblem klar: Ein strukturelles Überangebot aus Fernost setzt die Preise unter Druck, insbesondere bei Methionin – einer Aminosäure für Tierfutter, die zu den Margen-Treibern des Konzerns zählt. Barclays ergänzt, dass auch die übrigen Endmärkte 2026 fragil bleiben dürften.
Diese Einschätzung deckt sich mit der Kursentwicklung: Wer vor zehn Jahren in Evonik investierte, sitzt heute auf einem Verlust von über 54 Prozent. Das Allzeithoch von 37,74 Euro aus 2015 wirkt aus heutiger Sicht wie aus einer anderen Ära.
Leerverkäufer nehmen vorsichtig Fuß vom Gas
Ein kleiner Lichtblick: Der Hedgefonds Balyasny Asset Management hat seine Netto-Short-Position am 20. Januar leicht von 0,90 auf 0,88 Prozent reduziert. Das könnte darauf hindeuten, dass professionelle Spekulanten das Abwärtspotenzial auf aktuellem Niveau als begrenzt ansehen.
Allerdings bleibt die Quote hoch genug, um zu signalisieren: Eine fundamentale Trendwende erwarten die institutionellen Akteure noch nicht. Der Kurs notiert weiterhin deutlich unter allen relevanten gleitenden Durchschnitten – ein technisch schwaches Bild.
Management sucht neue Impulse
Um gegenzusteuern, justiert Evonik personell nach: Elias Lacerda wurde zum Präsidenten für die Region Amerika ernannt. Die Personalie zeigt den Versuch, außerhalb Europas neue Wachstumsimpulse zu setzen. Ob dies ausreicht, um die strukturellen Probleme im Kerngeschäft zu kompensieren, muss sich erst zeigen.
Die Marktkapitalisierung liegt bei knapp 5,9 Milliarden Euro – der Konzern hat in den vergangenen Monaten erheblich an Börsenwert eingebüßt. Der RSI von 15,8 signalisiert zwar eine technisch überverkaufte Situation, doch in einem negativen Momentum können solche Werte länger bestehen bleiben als viele Anleger erwarten.
Die entscheidende Frage lautet nun: Hält die Marke von 12,45 Euro als Unterstützung? Sollte diese nachgeben, dürfte weiterer technischer Verkaufsdruck entstehen. Umgekehrt bräuchte es für eine echte Stabilisierung positive operative Signale – etwa eine Entspannung bei den Methionin-Preisen oder überraschend starke Quartalszahlen.
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