Evonik Aktie: CEO attackiert Mittelstand
Der Vorstandsvorsitzende von Evonik warnt die deutsche Industrie vor einer Annäherung an die AfD und fordert eine klare Haltung. Seine Kritik folgt auf eine umstrittene Einladung eines Wirtschaftsverbands.

- Evonik-Chef attackiert Mittelstand im Spiegel-Interview
- Warnung vor Annäherung an die AfD als fatal
- Kritik nach Einladung zu Verbandsveranstaltung
- Aktienkurs zeigt kaum Reaktion auf Äußerungen
Der Essener Chemiekonzern sorgt für politische Schlagzeilen. Vorstandschef Christian Kullmann geht im Spiegel-Interview scharf mit dem deutschen Mittelstand ins Gericht – und warnt eindringlich vor einer Annäherung an die AfD. „Ich halte das für fatal“, so der 56-Jährige. Seine klare Forderung: Die Industrie müsse geschlossen Position beziehen. „Nicht mit denen!“
Die Kritik kommt nicht von ungefähr. Kullmann zeigt sich „bestürzt und richtig sauer“ über aktuelle Entwicklungen. Viele Wähler würden autoritäres Vorgehen mittlerweile dem demokratischen Diskurs vorziehen. Als Hauptgrund macht er die Angst vor Wohlstandsverlusten und sozialem Abstieg aus. Sein Gegenrezept: Die deutsche Industrie stärken, statt auf politische Außenseiter zu setzen.
Wenn der Mittelstand wackelt
Kullmanns Worte haben Gewicht. Evonik erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro und beschäftigt über 30.000 Menschen. Größter Anteilseigner ist mit knapp 47 Prozent die RAG-Stiftung, die für die Ewigkeitsaufgaben des deutschen Steinkohlenbergbaus zuständig ist.
Der Hintergrund der Debatte: Der Verband der Familienunternehmen hatte im Oktober 2025 erstmals AfD-Vertreter zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen. Die Folge? Scharfe Kritik und prominente Austritte. Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola verließen den Verband. Die Einladung wurde später als Fehler eingeräumt und zurückgenommen.
Die Müller-Kontroverse
Auch Molkerei-Unternehmer Theo Müller geriet in die Schusslinie. Der 86-Jährige wehrte sich Ende Januar anwaltlich gegen Vorwürfe, die AfD zu unterstützen. Er sei weder Mitglied noch habe er Geld gespendet. Allerdings räumte Müller regelmäßige Kontakte zu AfD-Chefin Alice Weidel ein und bezeichnete sie in einem Interview als Freundin. Auf die Frage nach seiner Haltung antwortete er ausweichend: „Irgendwas dazwischen.“
Die Evonik-Aktie reagierte auf die politischen Äußerungen ihres Chefs kaum. Im XETRA-Handel notierte der Titel bei rund 13 Euro nahezu unverändert.
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